Auf die andere Art | Phoebe Ann Miller

Samstag, 28. November 2015 0 Kommentare

Ein Debüt mit einer interessanten Grundidee, das mich aber leider nicht vollends überzeugen und mitreißen konnte.

[Klappentext] "Nimm uns beide!" Kann man zwei Männer lieben und auch mit beiden zusammen sein? Charlotte ist glücklich mit Jason verheiratet, steht mit beiden Beinen fest im Leben. Als ihr Chef in den Ruhestand geht, freundet sie sich mit seinem Nachfolger an, dem charmanten Dominic Webster. Doch aus Freundschaft wird mehr und plötzlich muss sie sich entscheiden. Soll sie ihr Leben weiterführen, einen Neuanfang wagen - oder gibt es eine andere Möglichkeit, glücklich zu werden? [© Text- & Bildmaterial: Amrûn Verlag]

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[sk] Das Buch „Auf die andere Art" greift eine Thematik auf, die mich neugierig gemacht hat. Kann man zwei Menschen gleichzeitig lieben? Sicherlich geht das, wieso auch nicht. Die Hauptfrage ist aber eigentlich: Kann das gut gehen? Mir erscheint es extrem schwierig, dies in den Alltag zu integrieren und so miteinander umzugehen, dass sich keiner der Beteiligten vernachlässigt und benachteiligt fühlt. Genau diesem Problem muss sich auch Charlotte, die Protagonistin der Geschichte stellen. So einfach, wie sie zunächst glaubt, ist es aber dann doch nicht...

Zunächst erscheint Charlotte dem Leser als eine intelligente und rundum glückliche Frau, die mit beiden Beinen voll im Leben steht. Sie hat einen tollen Job, ist mit einem Bestsellerautor verheiratet und lebt in einem traumhaft schönen Haus. Ich hatte gleich zu Beginn den Eindruck als seien Chralotte und ihr Ehemann wie Seelenverwandte, die perfekt miteinander harmonieren. Doch nach und nach wurde mir klar, dass diese Harmonie und Perfektion nur Fassade sind. So bestehen hinter dieser perfekten Hülle so einige Unstimmigkeiten – so hat Ehemann Jason Wünsche und Träume, die er nur wegen Charlotte zurückstellt. Hinzu kommt auch, dass sich das Verhältnis von Charlotte zu ihren Schwiegereltern, besonders zu ihrer Schwiegermutter, ebenfalls schwierig gestaltet. Auch das Vertrauen in Jason und seine Loyalität scheint durch diese Schwierigkeiten ebenfalls Risse zu bekommen. Vor diesem Hintergrund scheint es nicht überraschend, dass Charlotte für die Reize ihres neuen Chefs empfänglich ist...

All diese Hürden im Eheleben von Jason und Charlotte hat die Autorin bis ins kleinste Detail herausgearbeitet und ihm so einen breiten, mir fast zu großen Platz in der gesamten Geschichte verliehen. Die anfängliche Freundschaft und spätere Liebe zwischen Charlotte und ihrem neuen Chef Dominik war mir demgegenüber viel zu überhastet, oberflächlich und emotionslos. Ich habe die Gefühle der beiden als Leser nicht wirklich spüren können und konnte so auch nicht mit ihnen mitfühlen. Das war wirklich schade, weil es doch eigentlich so essentiell für das Grundthema gewesen wäre. Dies hat mir etwas den Spaß an der gesamten Handlung genommen und mein anfängliches Interesse an dieser Thematik deutlich abgeschwächt.

Sehr gut gefallen hat mir dagegen der überzeugende und harmonische Schreibstil, der sich sehr gut in die Geschichte einfügt. Korrespondierend mit der verzerrten Detailtreue der Autorin haben mir auch beim Schreibstil so die Emotionen gefehlt, sodass ich mich in die Figuren nicht wirklich hineinversetzen konnte. Auch das Gefühlschaos von Charlotte, das heißt ihr Hadern Jason die Wahrheit zu sagen sowie ihre tiefe Trauer und Erschütterung als Jason von der heimlichen Beziehung erfahren hat, hat mich nicht wirklich berühren können. Ich empfand dies leider eher als überzogen dargestellt und so eher aufgesetzt.

Auch das Ende konnte mich leider nicht mitreißen und zufriedenstellen. Für mich war es viel zu klischeehaft besetzt. Es war im Großen und Ganzen genau das, was ich letztlich erwartet hatte. Für mich nichts Überraschendes – schade eigentlich, wo mich die Grundidee der Geschichte durchaus fasziniert hat...

[Mein persönliches Fazit]

Dieses Buch konnte mich leider nicht für sich begeistern. Durch einen falsch gesetzen Fokus schwächte sich mein anfängliches Interesse für die Thematik deutlich ab und auch zu den Protagonisten der Geschichte konnte ich keine so richtige emotionale Bindung aufbauen, was bei dieser doch sehr gefühlsbetonten Grundthematik sehr schade ist und das Lesevergnügen deutlich beeinträchtigt.

© Rezension: 2015, Sandra Krause



27.07.2015/ e-Book/ 350 Seiten   
ISBN: 978-3958690820





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