Freedom's Child | Jax Miller

Mittwoch, 18. November 2015 0 Kommentare

Niemand weiß, dass sie noch lebt. Nicht mal ihre Kinder. Doch die sind nun in höchster Gefahr.

[Klappentext] Sie raucht, sie flucht, sie trinkt. Und lässt sich von niemandem was sagen. Jeder in der Stadt schätzt – oder fürchtet – Freedom Oliver. Keiner kennt ihren wahren Namen, ihr altes Leben: ausgelöscht. Das Leben, in dem sie ihren Mann erschoss, den Schwager ans Messer lieferte und ihre Kinder verlor. Das Leben, das sie für das Zeugenschutzprogramm hinter sich ließ. Nur spät in der Nacht verfolgt Freedom per Facebook, wie Mason und Rebekah erwachsen werden.
Und dann kommt der Tag. Der Tag, an dem ihre Feinde Rache schwören. An dem Rebekah verschwindet. Und Freedom weiß: Sie kann sich nicht länger verstecken, sie muss handeln ...
[Text & Coverabbildung: © Rowohlt Verlag]

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[az] »Mein Name ist Freedom...« - so beginnt der erste Satz des Buches und dieser wiederholt sich immer zu Beginn eines neuen Kapitels, welches von Freedom selbst in der ich-Perspektive erzählt wird.
Freedom Oliver, eine wahre Anti-Heldin. Rauh, unnahbar und burschikos tritt sie auf. Sie arbeitet viel oder sie ist betrunken. Manchmal auch beides. Der Alkohol sickert ihr quasi aus den Poren. Jeder weiß wer sie ist in der kleinen fast vergessenen Stadt in Oregon, aber keiner kennt sie richtig, kennt ihren wahren Namen oder gar ihre Herkunft. Sie gehört einfach zum Inventar der Rocker-Bar in der sie arbeitet, versteckt sich hinter dem Mantel der zynischen Barfrau.
Freedom ist auf der Suche nach der Freiheit, gefunden hat sie diese allerdings bisher noch nicht. Frei kann man sich nicht fühlen, wenn man im Zeugenschutzprogramm ist. Die Gefahr ist ein ständige Begleiter. Aktuell mehr denn je, denn ihr größter Gegner, ihre größte Gefahr, ist wieder auf freiem Fuß.
Dabei muss sie heimlich auf ihre Kinder achten, sie im Auge behalten. Ihre Tochter und ihr Sohn sollen nichts von ihr wissen, aber sie findet Mittel und Wege deren Leben ein wenig im Auge zu behalten. Und sie stellt plötzlich mit Schrecken fest, dass da etwas nicht stimmt. Wo ist ihre Tochter???
Freedom muss handeln und sich der Gefahr stellen.
Ein Davonlaufen vor der Vergangenheit ist nicht mehr möglich.

Der Thriller wird lebendig durch die zwei miteinander verwobene Handlungsstränge. Zum einen erfahren wir viel über Freedom und ihren ganz persönlichen inneren Kampf, da diese Handlung in der ich-Perspektive erzählt wird. Sie beschäftigt sich auch mit ihrer Vergangenheit und nach und nach begreift man dadurch, wie sie zu dem Menschen wurde, der sie heute Ist. Zum anderen gibt ein allwissender Erzähler Einblick in die aktuellen Geschehnisse und wir lernen auch ihren Sohn und die verhassten Delanys kennen. Aber die sind ja nicht Freedoms einziges Problem wie sie feststellen muss. Da gibt es ja auch noch diese extrem fanatische Glaubensgemeinschaft, der auch ihre Tochter angehört...


Freedom´s Child erscheint düster, schnörkellos und auch etwas prollig. Die Stimmung, in der sich Freedom befindet wurde sehr gut eingefangen und eine gewisse Beklemmung überträgt sich auch auf den Leser. Die rauchende, fluchende und ständig betrunkene Freedom sollte eigentlich abstoßend wirken, das wäre nur allzu verständlich. Aber es tritt genau das Gegenteil auf. Sie, die Anti-Heldin schlechthin, wird einem auf eine gewisse Weise sympathisch mit der Zeit.
Die etwas gewöhnungsbedürftige derbe Sprache lässt die Charaktere authentisch wirken, sie passt hervorragend zum ganzen Milieu. Miller gelingt es, die abgründige Psyche der verschiedenen Protagonisten hervorzuheben.
Actiongeladen und mit vielen (vielleicht etwas zu vielen) Wendungen kommt die Story daher. Manchmal ist es ein wenig zu viel des Guten und es beschleicht einen das Gefühl, dass die Geschichte stark gekürzt wurde. Aber dennoch kann man das Buch nicht aus der Hand legen. Man hat permanent einen düsteren Actionfilm vor Augen, Jax Miller schafft es also hervorragend, ihre Leser einzufangen und mitzunehmen.

[mein persönliches Fazit]

Eine starke Geschichte über Rache, Wut, Schuld und über die Urängste einer Mutter, aber auch über die Liebe und den Zusammenhalt in schweren Zeiten.
Düster und ruppig geht es zu und es wird geflucht, was das Zeug hält, aber es passt hervorragend zu den Geschehnissen. Ein Tarantino könnte das wirklich ganz wunderbar verfilmen. Meines Erachtens etwas zu viel Thema für eine Story, aber dennoch war es für mich ein kurzweiliges und actionreiches Lesevergnügen.

© Rezension: 2015, Alexandra Zylenas



übersetzt von: Jan Schönherr
31.07.2015, 368 Seiten, ISBN: 978-3-499-26975-2



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