Unsere Lesetipps zum Sonntag #20

Sonntag, 1. November 2015 0 Kommentare

Immer Sonntags möchten wir euch Bücher vorstellen bzw. empfehlen, die wir wirklich sehr gerne gelesen haben. Kurz und knapp erfahrt ihr hier zu einer kleinen Auswahl an Büchern, eBooks oder Hörbüchern unseren Eindruck bzw. unser Fazit. Das können Neuheiten auf dem Buchmarkt sein aber auch immer wieder Bücher, die schon etwas älter sind, uns aber sehr begeistern konnten.



[Klappentext] Wie eine Gefangene lebt Imma in der Wohnung einer Tante hoch im Norden Italiens, weit weg von ihrem Heimatdorf bei Neapel. Die Dreizehnjährige ist in großer Gefahr, denn als der Sohn des Clanchefs sie zu vergewaltigen versuchte, schlug sie mit einem Stein zu. Jetzt soll sie dafür bezahlen. In der Einsamkeit der endlos scheinenden Tage wird Immas Wunsch nach Freiheit immer größer, bis sie sich schließlich stundenweise hinausschleichen kann und den jungen Buchhändler Paolo kennenlernt. Seine Bücher eröffnen ihr eine neue Welt und geben ihr den Mut, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.
© DVA Verlag | 2012 | ISBN: 978-3-641-08226-0

[Mein Fazit] Margherita Oggero hat es geschafft, trotz der dominierenden melancholisch-düsteren Momenten eine bezaubernde Atmosphäre zu schaffen, was nicht zuletzt auf ihre äußerst bildreiche Landschafts- und Personenbeschreibung zurückzuführen ist. Ihre Sprache und Ausdrucksweise begeisterte mich auf Anhieb und mehr als einmal glaubte ich während des Lesens tatsächlich Zitronen riechen zu können. Ein Buch, dass mit Ruhe und Bedacht gelesen werden sollte. Ein Buch, dass zum Nachdenken anregt und dass einem nach dem Zuschlagen der letzten Seite noch lange im Kopf bleibt. (Seit 2014 auch als Taschenbuch bei btb erhältlich).



[Klappentext] Bei einer Exhumierung auf einem Innsbrucker Friedhof werden in einem Sarg zwei Köpfe und vier Beine gefunden. Schnell wird klar, dass es sichum ein Verbrechen handeln muss, dass hier die Leichenteile eines vor einem Jahr spurlos verschwundenen Schauspielers liegen. Nur eine Person kommt als Täterin in Frage: die Bestatterin, die die Verstorbene damals versorgt und eingebettet hat. Es gibt keinen Zweifel daran, dass Brünhilde Blum den Schauspieler getötet hat. Doch die ist wie vom Erdboden verschluckt ...
© btb Verlag | 2015 | ISBN: 978-3-442-75455-7

[Mein Fazit] Nach den Ereignissen in "Totenfrau" ist die mordende Bestatterin Blum auf der Flucht. Der Eigenschaft als zweiter Teil einer Trilogie geschuldet, in dem das Finale vorbereitet wird, wirkt der Erzählton ruhiger, gesetzter. Sollte noch jemand mit Aichners origineller Figur noch keine Bekanntschaft geschlossen haben, dies nachzuholen ist es definitv wert.
Wie der Titel des Romans zustandekommt und was der Autor damit bewirkt, dazu mehr im nächsten Teil der Kolumne "Aufgelesen" am 10. November.




[Klappentext] Vlavianos, griechischer Dichter und kosmopolitischer Poet, ist in vielen Sprachen und Kulturen zu Hause: die Jugend in Südamerika und Italien, die Studienjahre in England, das Leben auf Reisen. Die gesammelte Erfahrung dieser Jahre spiegelt sich auch in seinen Gedichten. Und er ist ein Dichter, der das bedeutende Erbe der griechischen Poesie von den frühen Anfängen in der Antike in unsere heutige Zeit überführt.

[Mein Fazit] Haris Vlavanios schreibt in einer ungemein starken poetischen Sprache. In Deutschland ist er leider - unverständlicherweise - immer noch kaum bekannt. Seine Gedichte prägen sich ein, wandern noch einmal über die Zunge, man sagt selbst Zeilen daraus auf, weil sie einen wunderschönen Klang haben, ohne dass man sie zunächst ganz versteht. Er philosophiert in seinen Worten und am Ende sind wir, die Leser, reicher als zuvor. Einprägsame Gedichte, die es so schon lange nicht mehr gab. Ein kleines Meisterwerk der Lyrik. Wert, es zu entdecken.




[Klappentext] Die bewegende Geschichte einer außergewöhnlichen Großmutter Emma ließ sich mit 22 Jahren auf der Suche nach ihrer blinden Mutter freiwillig ins Konzentrationslager Theresienstadt und später nach Auschwitz deportieren und wäre ihrer Mutter auch auf dem Weg in die Gaskammer nicht von der Seite gewichen, hätten nicht die Nazis selbst sie aufgehalten.Der argentinische Autor Ariel Magnus will diese Frau, seine Oma, näher kennenlernen und beginnt, ihr Fragen zu ihrer Vergangenheit zu stellen. Entstanden ist ein überaus humorvolles und unkonventionelles Porträt einer Holocaust-Überlebenden, die seit 50 Jahren in Brasilien lebt und die in ihrer Authentizität mit allen Klischees bricht, die ohne Bitterkeit oder Selbstmitleid zeigt, wie vielschichtig das Leben ist, auch in den dunkelsten Zeiten. Ariel Magnus und seine temperamentvolle Großmutter reisen dabei zwischen Deutschland, Brasilien und Argentinien hin und her, sie streiten, provozieren, überraschen, und so entfaltet sich vor dem Leser ein Kaleidoskop von unpathetischer Menschlichkeit, familiärer Wärme und pragmatischen Lebensentscheidungen.

[Mein Fazit] Insgesamt hat mir das Buch gefallen, obwohl ich gern mehr über die Umstände und das "Leben" im KZ Auschwitz erfahren hätte. Doch in diesem Punkt ist die Oma, wie auch der Autor immer ziemlich allgemein geblieben. Meine Erwartung mehr über die Zeit des Holocaust und die Umstände zu erfahren konnte das Buch leider nicht erfüllen. Dafür habe ich aber eine liebenswerte und temperamentvolle ältere Dame kennengelernt, die diese schwere Zeit auf ihre ganz eigene Art und Weise verarbeitet. Dieser Frau ist nur Anerkennung zu zollen, wie sie mit diesen Erlebnissen umgeht. Eine bemerkenswerte Frau, von der man eine ganze Menge lernen kann. Und schon allein dafür, hat es sich mehr als gelohnt, dieses Buch gelesen zu haben.


[Klappentext] Markus Bäcker ist alles andere als begeistert, als er mit seinen Eltern an den Rand von Berlin zieht. Dort blickt er vom dritten Stock ihres Eckhauses auf ein stinkendes Chemiewerk und vorbeiratternde Züge, die alles zum Vibrieren bringen. Erst als er Nilowsky kennenlernt, wird ihm die Gegend um den Bahndamm zur Heimat. Eine Heimat voller Merkwürdigkeiten und intensiver Erfahrungen. Dazu gehören kuriose Anwendungen von Vodoo-Ritualen, um der Liebe auf die Sprünge zu helfen. Erotische Annäherungen einer Frau, die nicht älter als dreizehn sein will, sowie perfide Vertrauensforderungen von Seiten Nilowskys, die ihn fast das Leben kosten. Abgründe und Höhepunkte des Erwachsenwerdens, die Markus Bäcker ein Leben lang nicht loslassen werden. Mit großer Intensität und viel Humor schildert Torsten Schulz eine eigenartige Dreiecksbeziehung in den Wirren der Pubertät.

Mein Fazit: Eine Mischung aus einer Freundschafts- und Coming of age Geschichte, mit schrägen und eigenwilligen Charakteren, in einer manchmal auch eigenwilligen Sprache geschrieben. Lustig und melancholisch.




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