Unsere Lesetipps zum Sonntag #22

Sonntag, 15. November 2015 0 Kommentare

Immer Sonntags möchten wir euch Bücher vorstellen bzw. empfehlen, die wir wirklich sehr gerne gelesen haben. Kurz und knapp erfahrt ihr hier zu einer kleinen Auswahl an Büchern, eBooks oder Hörbüchern unseren Eindruck bzw. unser Fazit. Das können Neuheiten auf dem Buchmarkt sein aber auch immer wieder Bücher, die schon etwas älter sind, uns aber sehr begeistern konnten.





*[Klappentext] Mariaseeon, im Süden Münchens: Nach tagelanger Suche findet man den fünfjährigen Jakob nackt, gefesselt und verstört auf einem Holzstoß im Wald. Wenig später wird seine Erzieherin zu Tode gemartert. Eine biblische Opferszene, ein Mord nach Art der Inquisition – unter den Dorfbewohnern geht die Angst um. Einer von ihnen ist ein sadistischer Mörder und Kommissar Konstantin Dühnfort muss ihn finden, bevor er wieder zuschlägt.

[Mein Fazit] "Das könnte der Beginn einer wunderbaren Freundschaft sein."
Mit diesem legendären Filmzitat gilt meine Empfehlung diesmal dem Auftakt der in München angesiedelten Krimi-Reihe um Kommissar Dühnfort von Inge Löhnig. Mag der Beginn noch wie austauschbare Genre-Kost wirken, so zeigt die Autorin im Verlauf der Geschichte ein feines Gespür für ebenso originelle wie fesselnde Handlungselemente. Die Geschichte bietet Gelegenheit für eine erste Begegnung mit dem sympathischen Ermittler, geeignet für lange Herbstabende mit noch längeren Schatten. Alles andere als der Wunsch nach einer zweiten und dritten Begegnung wäre nach dem Ende des Buches äußerst ungewöhnlich. *





*[Klappentext] 'Wann war der Gedanke aufgetaucht? Doch genau in dem Moment, als alles auf dem Spiel stand. Als das Leben noch Fakt war, doch das Ende unausweichlich.` Eine Frau steht allein am Rande eines Abgrunds. Hinter ihr liegen eine Ehe, Karriere, Erfolg und Geld. Vor ihr glitzern die Lichter der Großstadt. Das ist das Ende, doch im Fall zieht ihr Leben noch einmal an ihr vorbei. Rebecka erhält noch einmal die Chance, ihr Leben zu betrachten und zu erkennen, was falsch lief. Warum es für sie so schwer war, Liebe und Nähe zu ertragen, warum sie den Menschen, den sie am meisten liebte, auf Distanz halten musste. Kajsa Ingemarsson hat einen ungemein berührenden Roman über eine Liebe geschrieben, die über den Tod hinausgeht; er handelt von Reue und Vergebung und von der Aussöhnung mit der eigenen Vergangenheit.

[Mein Fazit] Das Buch hat mir insgesamt sehr sehr gut gefallen, zumal es ein sehr schwieriges Thema aufgreift und auf gefühlvolle Weise aufarbeitet. Der Schreibstil der Autorin ist melancholisch und emotional zugleich - sodass beim Lesen stets ein doch bedrückendes Gefühl zurückbleibt. Mir fiel es oft schwer viele Seiten auf einmal zu lesen, so dass ich das Buch zwischendurch weglegen musste. Doch ich habe es immer wieder zur Hand nehmen müssen, so ergriffen war ich von der Geschichte. Auch die unterschiedlichen Perspektiven und Szenen haben mir äußerst gut gefallen. Allerdings fand ich die Darstellung und Rolle der Engel im Himmel insgesamt zu dominant, so dass der Roman insgesamt etwas unrealistisch wirkte. Nichtsdestotrotz kann ich dieses Buch nur jedem empfehlen - Gefühlvoll, anrührend und äußerst traurig - einfach schön!





*[Klappentext] Nun ist Nies schon über dreißig, aber manchmal wirkt er noch alles andere als erwachsen. Er wirft lieber Eier und Tomaten an Hauswände, als wie sein Bruder in einer Bank zu arbeiten. Und dass seine Eltern ihn als Kind ziemlich früh allein gelassen haben, taugt auch nicht ewig zur Entschuldigung, selbst wenn Nies an seinem trotzigen Spitznamen aus jener Zeit eisern festhält. Er ist ein Beobachter, ein Spieler, der sich auf alles einen eigenen Reim macht. Eher durch Zufall findet er plötzlich doch noch einen Job: in einem Bestattungsinstitut. Die Begegnung mit dem Tod verlangt ihm einiges ab, gerade auch weil Verantwortungsgefühl bislang nicht eben zu seinen herausragenden Fähigkeiten zählte. Mit Improvisationstalent kann er einiges wettmachen, und im Grunde ist er ja auch ein grundanständiger Typ. Was auch immer für Klischees existieren mögen - Bestattungshelfer ist ein hoch abwechslungsreicher Beruf. Und die Würde des Menschen endet nicht mit seinem Tod. Kai Weyand ist ein Erzähler mit Sinn für Absurdes und das Ineinanderübergehen von Ernst und Spaß.

[Mein Fazit] Mit sehr viel Sprachwitz erzählt Weyand die Geschichte eines Mannes, der sich weigert erwachsen zu werden. Das Buch ist amüsant, es liest sich schnell, es begeistert, macht manchmal nachdenklich, schwankt und balanciert sehr gut zwischen kindlichem Egalsein und erwachsener Verantwortung. Ein Buch für alle sprachverliebten erwachsenen Kinder.





*[Klappentext] Das Leben der zwölfjährigen Prue verläuft völlig normal. Zumindest bis ihr geliebter kleiner Bruder Mac eines Tages von einer Schar Krähen in die Lüfte gehoben und in die Undurchdringliche Wildnis verschleppt wird, ein großes und dicht bewachsenes Waldgebiet am Rande von Portland. Um ihren Bruder zu retten, überschreitet Prue die Grenzen des Waldes und entdeckt eine unglaubliche Welt …
Colin Meloy ist mit seinem Debütroman ein zauberhaftes Leseerlebnis für Jung und Alt gelungen.
Noch nie hat jemand die Undurchdringliche Wildnis betreten – oder kam je zurück, um davon zu berichten. Doch als Prue mit ansehen muss, wie ihr kleiner Bruder von einem Schwarm Krähen dorthin entführt wird, steht für sie fest: Sie muss Mac in die Undurchdringliche Wildnis folgen, wenn sie ihn finden und wieder zurückbringen will. Gemeinsam mit ihrem Freund Curtis begibt sie sich auf eine gefährliche Suche – und entdeckt, dass der scheinbar unbewohnbare Wald von magischen Wesen bevölkert wird. Sie begegnen sprechenden Tieren, einem Adlergeneral, den Banditen des Waldes und einer bösen Hexe und werden dabei in gefährliche Kämpfe verwickelt. Was als Rettungsaktion begann, wird für Prue und Curtis zum größten Abenteuer ihres Lebens …

[Mein Fazit] Ein ganz besonderes Fantasygeschichte für Leseratten ab ca. 12 Jahren. Liebevoll bis ins Detail beschreiben wird Wildwood, die undurchdringliche Wildnis, dass der Leser fast das Gefühl bekommt, mitten in diesem wundersamen Wald zu stehen. Ein Wald, der an jeder Ecke neue Überraschungen für den Leser bereithält, die die Phantasie weiter ankurbeln. Die eindrucksvollen und wunderbar mit der Geschichte harmonisierenden Illustrationen verstärken dieses Gefühl um so mehr. Dieser ausschmückend-erzählerische Schreibstil lädt den Leser ein, tief in die Geschichte zu versinken. Die Beschreibung der magischen Wesen ist sehr detailgetreu und liebevoll. Ein wahres Schmuckstück! Mittlerweile sind auch zwei weitere Teile erschienen.





*[Klappentext] Wie eine Halluzination taucht die Kindheitsgeliebte des Barbesitzers Hajima nach Jahrzehnten wieder auf, unfassbar und geheimnisum-woben. Immer an regnerischen Abenden erscheint Shimamoto wie eine verführerische Andeutung aus einer fremden Welt und hebt das Leben des tüchtigen Geschäftmannes und Familienvaters aus den Angeln. ›Südlich der Grenze, westlich der Sonne‹ erzählt mit großer Magie vom Einbruch dämonischer Kräfte in ein Leben – und scheut dabei keine Tabus.
Als ›Gefährliche Geliebte‹ in der Übersetzung aus dem Englischen erschien, führte der Streit über die Sprache des Romans und seine Darstellung von Sexualität zur Auflösung des »Literarischen Quartetts«. Nun wurde er zum ersten Mal direkt aus dem japanischen Original ins Deutsche übersetzt: Ursula Gräfe, die längst zur deutschen Stimme Murakamis geworden ist, legt dabei verborgene Schichten frei und enthüllt einen Roman, den wir alle zu kennen glaubten, auf aufregende Weise neu. Der ideale Zeitpunkt für neue Leser, diesen modernen Klassiker zu entdecken – und für alle, die seinem Zauber schon zuvor verfallen waren, sich neu zu verlieben.

[Mein Fazit] Ich liebe Murakami. Das Buch las ich schon vor Jahren unter dem Titel "Gefährliche Geliebte" An der neuen Übersetzung kam nicht vorbei. Dieses Buch ist, wie ein Herbsttag am Strand. Manchmal etwas durcheinander, wie Herbstblätter. Aber dann ganz klar und an anderer Stelle verschwommen. Ein typischer Murakami und genau dafür liebe ich ihn. Wieder und wieder. Immer. Jede Zeile in dem Buch ist perfekt und dann die Gedanken, die beim Lesen angeregt werden. Das nach außen gute Leben, feste Bindungen sind nicht immer die Garantie für Zufriedenheit. Was leben wir, was wollen wir leben? Wen lieben wir? Für manche Menschen bedeutet Zufriedenheit mehr als alltägliche Routine. So auch bei Hajima, dem Protagonisten des Buches. Die Charaktere, der Frauen in Hajimas Leben, sind auch sehr stark und beeindruckend beschrieben. Ich kann dieses Buch nur empfehlen. Ohne Haruki Murakami, wäre meine Bibliothek so bedeutend leerer.





Immer sonntags verraten wir euch unsere schönsten Lesetipps. 
Wir würden uns riesig darüber freuen, wenn IHR uns auch erzählt, welche Bücher EUCH so richtig begeisterten.
Schreibt uns im Kommentar! 





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