Vor den Toren von Tag und Nacht | Günter Abramowski

Donnerstag, 12. November 2015 0 Kommentare


[Klappentext] Günter Abramowski steht ganz sicher in der großen Tradition deutschsprachiger expressionistischer Dichtung und immer wieder finden sich Anklänge an die Dichtung der neuen Sachlichkeit. Und doch, wie wunderbar!, ist es am Ende immer wieder Abramowskis ganz eigener Stil. *Auszug aus dem Vorwort von Leander Sukov [Text + Cover: Elbaol Verlag]

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[sgFür mich ist neben den Romanen auch die Lyrik ein großer Bestandteil meines Lebens. Dieser Gedichtband von Abramowski hat etwas, was es selten gibt. Seine Gedichte haben eine Gedankentiefe, die sich in jeder Zeile zeigt. Ja und dann lese ich die Gedichte noch einmal und immer wieder kommen andere Bedeutungen hinzu, die vorher noch versteckt schienen. 

Einfach sind die Gedichte nicht. Wer sich vorstellt an einem sonnigen Nachmittag einmal in diesem Gedichtband einzutauchen, wird schnell etwas mehr Grau als Farbe im Augenblick oder über sich spüren. Das ist nicht negativ. Wer tief geht, muss auch Abgründe sehen.
Hier geht es um gebrochene Herzen, Schmerz, Verwirrung, Stillstand und Gesellschaftskritik. Alles kompakt in kurzen Gedichten, die mich gar nicht mehr losließen. Immer wieder öffne ich das Buch, lese ein Gedicht, schließe es und nehme die Zeilen mit in meine Gedanken. 

Ambramowski hat eine anspruchsvolle Sprache für seine Gedichte gewählt und gibt gelegentlich Rätsel auf, die sich erst nach einigen Runden lesen, denken lösen. Aber genau das ist es, was es so außergewöhnlich gemacht. Es fordert den Leser, die Leserin. Oft überfliegen wir Lyrik, aber hier zählt es, sich einzulassen. 
Der einzige Kritikpunkt ist, dass Ambramowski bei ein paar Gedichten zwanghaft versucht zu reimen und damit gerade in der letzten Zeile etwas Schönheit nimmt. Aber es ist nicht wesentlich und tut dem Band in seiner Komplexität keinen Abbruch. 

Günter Ambramowski trifft mit seinen Gedichten alles und als ich Zeilen über möglichst mehr Menschenwürde lese, die Liebe zu fernen Ländern, die oft groß ist und dass die erste Liebe Milliarden Gesichter hat, bin ich endgültig ein Fan dieses Dichters geworden.

[Mein persönliches Fazit]

Ein Gedichtband, der fordert, Gedanken hervorbringt, Fragen in uns weckt und Rätsel gibt, die wir nur mit der Zeit lösen können. Ein richtiges, gelungenes, lyrisches Abenteuer. 

ø Rezension, 2015 Sanni Gedankenlabyrintherin



Dezember 2014 - broschiert - ISBN: 978-3939771449




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