In den Straßen der Bronx | Edward Conlon

Montag, 21. Dezember 2015 1 Kommentar

Detective Ed Conlon über Leben und Sterben in New York

[Klappentext] New York City, in der Bronx: Das Revier von Detective Edward Conlon liegt auf der finsteren Seite der Stadt, in die sich kein Tourist verirrt. Eine Welt der Gangs, der Gewalt, der Drogen, der Verwahrlosung, in der es den Cops darum geht, jene Bürger zu schützen, die ein normales Leben führen wollen. Dabei werden auch die Polizisten zur Zielscheibe. Ein schwerer Stein, geworfen aus dem 20. Stockwerk, verfehlt Conlon nur um Zentimeter. Sechs Jahre lang ist Conlon, Absolvent der Harvard-Universität, auf Streife gegangen – und hat seine Erlebnisse zu einem intensiven, gefeierten New York Times-Bestseller verdichtet. "In den Straßen der Bronx" ist auch die Innenansicht einer Familie irischstämmiger Cops, geprägt von alten Werten und dem unerschütterlichen Glauben an eine gute Sache. Der Stein, der ihn beinahe tötete, ziert heute Conlons Schreibtisch.
[© Text und Bild: Ankerherz Verlag]

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[mk] In einer Stadt wie New York und in einem Stadtteil wie die Bronx, in denen alle möglichen sozialen Schichten und ethnische Gruppen aufeinander treffen, kommen alle Arten von Verbrechen vor. Ob Raubüberfall, Körperverletzung, Vergewaltigung oder Mord, mit all dem muss sich Officer Conlon auseinandersetzen, als er 1995 frisch von der Polizeiakademie mit dem Streifendienst beginnt.
Sich als Polizist allein in die riesigen Sozialbausiedlungen zu wagen erfordert eine couragierte Einstellung und nötigt mir Respekt ab. Hierfür ist eine ordentliche Portion Idealismus Voraussetzung.

Edward Conlon gewährt uns einen tiefen Blick hinter die Kulissen der New Yorker Polizei. Er macht das unaufgeregt und ohne Pathos. Es gibt keine Übertreibungen, alles, was er berichtet, wirkt sehr sachlich. Das bewirkt, dass ich mir ein sehr realistisches Bild von seiner Arbeit und dem Umfeld machen kann. So mancher Eindruck, den ich von diversen Polizeiserien habe, wird dabei korrigiert.

Das Buch ist kein Roman sondern ein Sachbuch und verfügt nicht über einen klassischen Spannungsbogen. Ich finde es trotzdem spannend, von dem Alltag als Polizist zu lesen. Immer wieder passieren ungewöhnliche oder kuriose, aber auch tragische Dinge. Auch der Umgang mit den Kollegen oder das Verhalten der Vorgesetzten werden thematisiert. Dass in einer so großen Behörde wie der New Yorker Polizei auch politische Interessen eine Rolle spielen, bekommt Conlon auch zu spüren. Vor allem das Bild nach außen muss gewahrt bleiben, die Presse wirft sich gern auf mögliche Verfehlungen.




Der Text wird durch Farbfotos ergänzt, die auf mich einen kunstvollen Eindruck machen und die Stimmung, die das Buch erzeugt, ausgezeichnet unterstreichen. Dabei wird das Werk aber nicht zum Fotoband, es sind nicht all zu viele Bilder. So wie die Fotos ist das ganze Buch sehr hochwertig: edles Papier, Leineneinband mit Prägung des Verlagsemblems, Farbdruck und das ungewöhnliche Format machen es zu einer Kostbarkeit.

[Persönliches Fazit]

Authentisch, direkt und schnörkellos erzählt Edward Conlon von seiner Arbeit als Polizist in der Bronx. Ein spannender Einblick in eine Welt, die ich bisher nur von Film und Fernsehen kannte. Und das in aufwändiger und edler Aufmachung. Ich bin beeindruckt von diesem Buch.

© Rezension: 2015, Marcus Kufner



Übersetzung: Olaf Kanter
mit Fotografien von Antonio Bolfo
14. Oktober 2015, gebunden, 282 Seiten, ISBN: 9783940138972



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