MÖRDERISCHER MISTRAL | CAY RADEMACHER

Mittwoch, 23. März 2016 0 Kommentare


Von der Frau verlassen und in die Provinz versetzt:

Capitaine Roger Blanc steht vor den Trümmern seines Lebens. Bis vor Kurzem war er erfolgreicher Korruptionsermittler in Paris, doch dabei ist er mächtigen Leuten auf die Füße getreten. Und so findet er sich bald allein in seiner neuen Behausung in der Provence wieder, einer verfallenen Ölmühle, die ihm vor Jahren ein Onkel vermacht hatte.
Aber bevor Blanc sich im kleinen Ort Gadet nur ein wenig zurechtfinden kann, wird ihm ein Mordfall zugewiesen. Unversehens verfängt sich der Capitaine in einer Intrige, die ihn tiefer in die Strukturen seiner neuen Heimat führt, als ihm lieb ist. Und auch an seine neuen Kollegen muss er sich erst gewöhnen: an seinen Partner Marius, der sich mehr für Rosé interessiert als für die Arbeit. An die temperamentvolle Computerspezialistin Fabienne, die überall hinzugehören scheint, nur nicht in dieses verschlafene Städtchen. Und an die so gefürchtete wie attraktive Untersuchungsrichterin Aveline Vialaron-Allègre, die ausgerechnet mit ebenjenem Politiker verheiratet ist, der Blancs Karriere ruiniert hat.  Da geschieht ein zweiter Mord – und es kommt zum Showdown in den Pinienwäldern, die der Mistral gerade in ein wütendes Flammenmeer verwandelt … [Text & Cover: © DuMont Buchverlag]

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[sk] Wie wäre es mal mit einem literarischen Ausflug in die wunderschöne Provence garniert mit einer spannenden Kriminalgeschichte? Genau das erwartete ich als ich auf den ersten Fall des Ermittlers Roger Blanc stieß. Das Cover und der Klappentext versprechen einen mitreißenden Krimi vor der traumhaften Kulisse der Provence – also ein klasse Roman für alle Fans von Jean-Luc Bannalec und seinem eigenwilligen Kommissar Dupin.

Der Einstieg in Rademachers Krimi ist mir äußerst leicht gefallen. Der Schreibstil ist spannend, mitreißend und mit so einigen humoristischen Momenten garniert. Da flogen die Seiten nur so dahin. Ermittler Blanc wird einem erst nach und nach sympathisch. Am Anfang erschien er mir sehr eigenwillig und missmutig. Aber irgendwie kann ich ihn auch wiederum verstehen, wurde er doch gegen seinen Willen von Paris in die beschauliche Provence zwangsversetzt und dann hat ihn auch noch die Ehefrau abserviert. Doch nach und nach findet sich auch Blanc in seiner neuen Umgebung ein und so wird er auch dem Leser Schritt für Schritt sympathisch. Hinzu kommen noch der gefühlskalte Chef, der nur die Karriere im Sinn zu haben scheint, der abgehalfterte Marius, der irgendwann zurückgelassen wurde, die forsche Fabienne, die eigentlich zu gut für die Provinz ist. Jede Figur hat für sich seinen besonderen Charme und so gelingt es dem Leser sehr rasch, sich den Figuren zu nähern. Der Autor schafft es jeder einzelnen Figur authentisch wirken zu lassen, so konnte ich mich gut in diese doch ein wenig skurrile Polizeistation eindenken und mit ihnen gemeinsam in diesem äußerst spannenden Fall ermitteln.

Die Handlung war für mich äußerst mitreißend und spannend. Bei der Schilderung der Schlüsselszenen bewies der Autor ein außerordentlich gutes Gefühl für Details und spezielle Andeutungen, die mich an die Geschichte fesselten. Zeitweise habe ich mich selbst wie eine Ermittlerin in diesem Krimi gefühlt. Wieder mal beweist der Autor auch, dass man nicht unbedingt viel Blut und Brutalität braucht, um einen spannenden Krimi zu schreiben. Nein, es macht die wunderbare Mischung aus Hinweisen, Irreführungen und Überraschungen, die den Leser mitreißen. 

Verfeinert wird die Ermittlerarbeit noch durch wunderbare Landschaftsschilderungen aus der Provence. Obwohl ich noch nie in der Provence war, konnte ich mir die Landschaft, ihre Besonderheiten, wie auch die Bewohner mit ihren Eigenheiten sehr gut vorstellen. Es war wie eine kleine Reise in den Süden. Durch die Schilderungen fühlte ich mich so, als wäre ich live vor Ort – eben, mittendrin statt nur dabei.

Zum Ende hin überschlugen sich dann noch mal die Ereignisse und die Handlung nahm rasant an Fahrt auf. Dies hat mich sehr überrascht und beeindruckt, da ich diese Wendungen und auch diesen Showdown am Ende so gar nicht erwartet hatte, war er doch so gänzlich anders als der übrige Teil des Buches. Am Ende ist es dem Autor dadurch nochmal richtig gelungen, mich ins Schaudern zu versetzen und Nervenkitzel zu erzeugen. Das war einfach wunderbar, so muss ein guter Krimi enden! Klasse gemacht!

PERSÖNLICHES FAZIT


„Mörderischer Mistral" ist für jeden Fan von Jean-Luc Bannalec bestens geeignet. Mich hat dieser Krimi mitgerissen und am Ende mit einem fulminanten Showdown wahre Gänsehaut erzeugt! Abgerundet wurde der Krim noch mit einigen sympathischen, wenn auch eigenwilligen Ermittlern und der traumhaften Landschaft der Provence. Für mich war es mitreißender Krimigenuss, den ich einfach weiterempfehlen muss!

© Rezension, 2016 Sandra Krause


Mörderischer Mistral | Cay Rademacher | DuMont Verlag*

2014, Taschenbuch, ISBN: 978-3-8321-9756-8



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