REZENSION: ALBA & SEVEN | NATASHA NGAN

Donnerstag, 28. April 2016 0 Kommentare


Alba will endlich aus ihrem goldenen Käfig im Nordbezirk Londons ausbrechen. Doch als Tochter des mächtigsten Mannes des Landes ist ihre Zukunft längst vorherbestimmt. Ihre letzte Chance kommt ausgerechnet in Form eines jungen Diebes, der wertvolle Erinnerungen ihres Vaters stehlen will. Alba stellt Seven ein Ultimatum: Entweder er nimmt sie mit in seine Welt oder sie liefert ihn aus. Und auf Erinnerungsdiebstahl steht die Todesstrafe ... Gemeinsam dringen die beiden tief in die dunklen Ecken Londons vor und decken dabei ein grausames Geheimnis auf. Eines, das Albas Leben verändern wird und Seven in tödliche Gefahr bringt. [© Text und Bild: rubikon audioverlag]

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[mk] London im Jahr 2143: die Europäische Union ist längst Vergangenheit, die politischen Systeme existieren nicht mehr so, wie wir sie kennen. Die Kluft zwischen Arm und Reich hat sich extrem ausgeweitet. Im Norden Londons wohnen die Reichen und Mächtigen in protzigen Villen, abgeriegelt von den armen Bewohnern des Südens, die von der Hand in den Mund leben und oft Hunger leiden. Dieses Szenario ist sehr glaubwürdig, man könnte es für unsere Politiker als Beispiel nehmen, was passieren kann, wenn sie nicht bald mutiger agieren.

Das begehrteste Gut sind „Erinnerungen". 


Das sind, wie der Name schon sagt, Erinnerungen einzelner Menschen, die auf Chips gespeichert werden, damit sie nie verloren gehen. Sie sind extrem beliebt, denn mit fremden Speicherkarten kann man in neue virtuelle Welten abtauchen. Da der Handel damit für die Armen verboten ist, entstehen Schwarzmärkte, und als Dieb kann man einigermaßen über die Runden kommen. Solange man nicht erwischt wird, denn darauf steht die Todesstrafe.

In diese Umgebung platziert Natasha Ngan ihre beiden Protagonisten Alba und Seven. Mich hat das gleich an Disney's Aladdin erinnert: ein Junge von der Straße, der klauen muss, um nicht zu hungern, trifft eine reiche Prinzessin, die sich eingesperrt fühlt und ihn um seine Freiheit beneidet. Bald bildet sich ein zartes Band zwischen den beiden, aber ist eine Verbindung unter solchen Voraussetzungen nicht von vorn herein zum Scheitern verurteilt?

Klassisch ist auch der Spannungsbogen der Geschichte. Seven stiehlt eine Erinnerung, die ein tödliches Geheimnis verbirgt. Damit werden er und Alba in Machenschaften von mächtigen Persönlichkeiten hineingezogen, die diese unter allen Umständen verbergen wollen. So etwas gab es schon oft in Literatur und Film, daher sind überraschende Wendungen kaum zu finden.

Mark Bremer liest das Buch ausgezeichnet. Er wandelt seine Stimme sehr gut, so dass ich meistens schon am Tonfall weiß, wer gerade spricht. Und es sind nicht wenige Charaktere, die hier auftreten. Er macht das sehr angenehm und professionell.

PERSÖNLICHES FAZIT


Auch wenn die Dramaturgie wenig Überraschungen bietet, für Jugendliche ab 14 Jahren kann ich „Alba & Seven" auf jeden Fall empfehlen. Ich habe gern mit dem ungleichen Paar mitgefiebert. Und die Vertonung von Mark Bremer ist wirklich ausgezeichnet.

© Rezension: 2016, Marcus Kufner



Aus dem Englischen von Michael Koseler, gelesen von Mark Bremer
11.01.2016, Hörbuch, 584 Minuten, ISBN: 9783945986196

[marcus]

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