REZENSION: EIN SOMMER IN IRLAND | RICARDA MARTIN

Freitag, 13. Mai 2016 0 Kommentare

Caroline wird von ihrem Chef nach Irland geschickt, um dort auf einem idyllischen Cottage nach einem wertvollen alten Buch zu forschen und es bei einer Auktion zu ersteigern. Da sie die Sommerferien mit ihrer jugendlichen Tochter Kim verbringen will, muss diese gegen ihren Willen mit nach Irland reisen. Die Suche nach dem alten Buch wird für Caroline und Kim zu einer Suche nach einem Familiengeheimnis und ihren eigenen Wurzeln. Die Reise und die traumhafte Umgebung Irlands helfen den beiden, wieder näher als Familie zusammenzufinden. Auch die Liebe findet Einzug in die kleine Familie, wird an Ende Irland für die beiden das große Glück bedeuten? [Text & Cover: © Droemer Knaur Verlag]

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[sk] Als ich dieses Cover sah, war es um mich geschehen – die Landschaft ist so herrlich romantisch und gleichzeitig auch geheimnisvoll. Das verspricht eine unterhaltsame Geschichte voll Spannung und Geheimnissen, die genau nach meinem Geschmack hin. Als ich dann noch den Klappentext las, war ich erst recht neugierig. Die Autorin hatte mich durch ihren angenehm frischen und locker-leichten Schreibstil sofort in den Bann der Geschichte gezogen. Es liest sich einfach fantastisch und die beiden Charaktere Caroline und Kim waren mir gleich sympathisch. Doch wer hier eine seichte Liebesgeschichte erwartet liegt falsch.
Dieser Roman liefert, genau wie das Cover und der Klappentext mich schon vermuten ließen, auch jede Menge Spannung, Verwirrungen und Geheimnisse, die den Leser allesamt an die Handlung fesseln und ihn wie in einem Sog das Buch durchlesen lassen. Mir jedenfalls ging es so. Ich musste einfach immer weiterlesen, um zu erfahren was es mit dem geheimnisvollen Cardew Castle und deren Vergangenheit auf sich hatte und warum alle Dorfbewohner nur so seltsam auf Caroline und ihre Nachforschungen reagierten.

Neben der Gegenwartsgeschichte taucht die Autorin gemeinsam mit dem Leser auch in die Vergangenheit, etwa um 1900, ein. 


So liefert sie praktisch zwei Geschichten in einer – doch laufen diese nicht etwa einfach so nebeneinander her. Nein, die Autorin schafft es auf eindrucksvolle Weise und nicht zuletzt auch durch ihren wundervollen Schreibstil, der mit viel Liebe zum Detail gespickt ist, die beiden Geschichten mit einander zu verweben und zu einem sehr harmonischen Ganzen zu vereinen. Ich mag solche Romane, bei denen man gleichzeitig in zweit Welten eintauchen und zwischen den Zeiten springen kann, ohne das man die Zusammenhänge zwischen beiden verliert. Bei diesem Buch wirkt nichts aufgesetzt oder fehl am Platz, nein, vielmehr ist alles stimmig und in sich harmonisch, sodass der Leser trotz des Springens zwischen den Zeiten und Geschichten nie den Lesefluss verliert.

Zu diesem tollen Lesevergnügen tragen zudem auch die äußerst sympathischen und authentischen dargestellten Charaktere bei. 


Caroline ist eine starke Frau, die sich für einen Rechercheauftrag gemeinsam mit ihrer pubertierenden Tochter Kim auf eine Reise nach Irland begibt, die gleichzeitig eine Reise in ihre Vergangenheit ist. Doch das ahnt Caroline zunächst noch nicht. Erstaunlich war bei Caroline für mich, dass sie so ehrgeizig und willensstark ist. Auch als sie in Irland auf Widerstand trifft und auch in Gefahr gerät, ist dies für sie noch längst kein Grund aufzugeben. Ganz im Gegenteil, es spornt sie erst an, denn sie will unbedingt, die Zusammenhänge und Geheimnisse rundum das mystische Cardew Castle erfahren. Ihre Tochter Kim ist für mich ein typischer Teenager, mit all diesen Wünschen und Träumen. Die anfänglich sehr schwierige Beziehung zwischen Mutter und Tochter entwickelt sich während ihres Aufenthalts in Irland immer weiter und festigt sich. Auch Kim selbst entwickelt sich durch die Ereignisse weiter und wird ein Stück weit erwachsen. Sie entwickelt eine tolle Charakterstärke und wird Schritt für Schritt ein Stück erwachsener. Eine schöne Verwandlung, die die Autorin hier kreiert.

Beeindruckend war für mich auch, wie Ricarda Martin die Spannung über die gesamte Geschichte hinweg aufrecht erhalten und auch immer wieder anheizen kann. Für mich war die Handlung in keiner Weise vorhersehbar, sondern hat mich immer wieder aufs Neue überrascht. Immer wenn ich dachte: „Ah, jetzt weiß ich wie es ausgeht..". wurde ich eines Besseren belehrt. Immer wieder hielt die Autorin neue Autorin neue Wendungen bereit, die mich immer mehr an die Geschichte gefesselt haben. Sie bot mir damit genau das, was ein spannendes Buch für mich braucht.

PERSÖNLICHES FAZIT


Insgesamt war „Ein Sommer in Irland" eine wunderbare Reise zwischen den Zeiten, zwischen Gegenwart und Vergangenheit, die mich von der ersten Seite an aufgrund seiner anhaltenden Spannung, seiner Geheimnisse und vielzähligen überraschenden Wendungen in seinen Bann gezogen und nie mehr losgelassen hat. Für mich war es ein genialer irischer Lesegenuss.

© Rezension, 2016 Sandra Krause


Ein Sommer in Irland | Ricarda Martin | Droemer Knaur Verlag*

2015, e-Book, ISBN: 978-3-426-43527-4


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