REZENSION: TSCHICK | WOLFGANG HERRNDORF

Donnerstag, 23. Juni 2016 6 Kommentare



Wolfgang Herrndorfs Kultroman nimmt uns mit auf eine Reise ohne Kompass und Karte durch die sommerglühende deutsche Provinz. Mit Sinn für überraschende Perspektiven übersetzt die Illustratorin Laura Olschok die Intensität des Augenblicks in bewegende Bilder.
[© Text und Cover: Edition Büchergilde]

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[mk] Bereits im Jahr 2010 erschien TSCHICK beim Rowohlt Verlag und wurde ein großer Erfolg. Ich war damals auch begeistert von dem Buch, und die aktuelle Ausgabe der Edition Büchergilde hat mich gleich fasziniert, TSCHICK ist für mich auch eines der Bücher, die ich öfter als einmal lesen kann.

REZENSION: WAS ICH EUCH NICHT ERZÄHLTE | CELESTE NG

Dienstag, 21. Juni 2016 0 Kommentare

„Lydia ist tot." Der erste Satz, ein Schlag, eine Katastrophe. Am Morgen des 3. Mai 1977 erscheint sie nicht zum Frühstück. Am folgenden Tag findet die Polizei Lydias Leiche. Mord oder Selbstmord?



Die Lieblingstochter von James und Marilyn Lee war ein ruhiges, strebsames und intelligentes Mädchen. Für den älteren Bruder Nathan steht fest, dass der gutaussehende Jack an Lydias Tod Schuld hat. Marilyn, die ehrgeizige Mutter, geht manisch auf Spurensuche. James, Sohn chinesischer Einwanderer, bricht vor Trauer um die Tochter das Herz. Allein die stille Hannah ahnt etwas von den Problemen der großen Schwester. Was bedeutet es, sein Leben in die Hand zu nehmen? Welche Kraft hat all das Ungesagte, das Menschen oft in einem privaten Abgrund gefangen hält? Nur der Leser erfährt am Ende, was sich in jener Nacht wirklich ereignet hat. [© Text und Cover: dtv Verlag]

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[mk] Mit diesem ersten Satz ist meine Aufmerksamkeit gleich geweckt: „Lydia ist tot." Aus dieser Tatsache entsteht keine Spannung, wohl aber aus den Fragen, die sich daraus ergeben: Wer war sie, was ist geschehen, wie ist es dazu gekommen? Um das zu verstehen lernen wir die Familie Lee genauer kennen.

LESETIPPS ZUM SONNTAG #30 | NEUE UND ALTE BUCHPERLEN FÜR EUCH ENTDECKT!

Sonntag, 19. Juni 2016 2 Kommentare


Immer wieder Sonntags möchten wir euch Bücher vorstellen bzw. empfehlen, die wir sehr gerne gelesen haben und die für uns zu kleinen (oder auch großen!) Buchperlen wurden. Kurz und knapp erfahrt ihr zu einer kleinen Auswahl an Büchern, eBooks oder Hörbüchern unseren Eindruck bzw. unser kurzes persönliches Fazit. Das können Neuheiten auf dem Buchmarkt sein, aber auch immer wieder Bücher, die schon etwas älter sind, uns aber sehr begeistern konnten. Wir möchten dies nutzen, um auch Büchern abseits der Bestsellerlisten wieder ins Gespräch zu bringen. Außerdem gibt doch noch so viel Tolles in den Backlists zu entdecken. Vielleicht werdet auch ihr fündig?!

Einen Lesetipp verpasst? Kein Problem!
>> HIER könnt ihr alle LESETIPPS der vergangenen Wochen nachlesen. Viel Spaß beim Stöbern und Entdecken.


REZENSION: GONE CAT. DIE STUMME ZEUGIN | SAM GASSON

Samstag, 18. Juni 2016 0 Kommentare


Jim Glew ist Privatdetektiv, doch sein Herzleiden zwang ihn in den vorzeitigen Ruhestand. Sein elfjähriger Sohn Bruno ist begeisterter Fan von TV-Krimis – für ihn lauert das Verbrechen überall. Er liebt nur eins mehr als Detektiv zu spielen, und das ist seine Katze Mildred. Nur zu gern würde er die Welt einmal aus ihrer Perspektive sehen. Daher bindet er Mildred ein Kamera-Halsband um, ein Halsband, das plötzlich von größter Wichtigkeit ist. Denn als die Nachbarin Poppy Rutter brutal ermordet wird, findet die Polizei blutige Pfotenabdrücke am Tatort. Aber wo ist Mildred mit ihrer Kamera? [Text + Cover: © Egmont LYX]

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[sh] Bruno ist ein aufgeweckter, neugieriger Junge mit einer Vorliebe für alles, was mit einem Detektiv zu tun hat – eine Leidenschaft, die er von seinem Vater Jim, einem frisch pensionierten Privatdetektiv, geerbt hat. 

BUCHVORSTELLUNG: BUNT, BUNTER, TOPFLAPPEN

Freitag, 17. Juni 2016 0 Kommentare

In 3D-Optik gehäkelt - von Dana Schuknecht


Jetzt wird es bunt! Vorbei mit der Tristesse – holen Sie sich Farbe in Ihre Küche! Mit selbstgehäkelten Topflappen in Pop-Art- Farben wird es bunt. Das Besondere an den Küchenhelfern: Sie sind nicht einfach nur bunt, sondern auch in 3D-Optik gearbeitet.
Mit Applikationen und plastischen Mustern bekommen die bunten Topflappen das gewisse Etwas- und Ihre Küche gleich mit dazu! [Text + Cover: CV Verlag]

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[gz] Da ich ja als bekennender Topflappen-Fan immer auf der Suche nach neuen Häkelideen bin, musste ich mir dieses Buch einmal genauer anschauen. Häkeln in 3D-Optik? Ich war neugierig!
Auf 32 Seiten findet man 14 verschiedene Anleitungen für 3D-Optik-Topflappen, dazu von Seite 30 bis 32 einen Grundkurs Häkeln. Außerdem gibt es auf den Umschlagklappen noch ein kleines Topflappen-ABC sowie die Erklärungen der Abkürzungen.

Die Anleitungen für die Topflappen und die dazugehörigen 3D-Teile sind leicht verständlich und das Häkelmuster wird Reihe für Reihe genau beschrieben. Das Aufnähen der einzelnen Teile (wie z.B. Augen, Schnabel usw.) ist anhand den ganzseitigen Fotografien auch ganz einfach zu bewerkstelligen.

BUCHVORSTELLUNG | VEGGIE TAPAS

Mittwoch, 15. Juni 2016 0 Kommentare

Gemüse-Minis süß & pikant


Das einzige Buch mit vegetarischen und veganen nicht-spanischen Tapas. Kleine Köstlichkeiten aus deutschen und diversen Länderküchen – einfach nachzumachen. Suppen, Fingerfood, Delikates aus Topf und Pfanne, pikant Gebackenes, süße Leckereien. Tapas-Menüs für jeden Anlass. [Klappentext & Cover: © blv Verlag]

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[az] In Spanien habe ich mich in Tapas verliebt. Diese Art des Essens begeistert mich, es ist so gesellig und abwechslungsreich. In den Tapas Bars herrscht buntes Treiben, Freunde treffen sich, trinken Cerveza oder Viño und bestellen sich zusammen ein paar Tapas in die Mitte des Tisches und jeder kann danach greifen und sich bedienen. Dann zieht man weiter in die nächste Bar, man trifft weitere Freunde und man bestellt sich wieder einen kleinen Snack zusammen. Ich genieße die Sommerabende, wenn man durch Straßen schlendert, in der sich eine Tapasbar an die nächste reiht und draußen alles voller Menschen ist, man die gute Laune und diesen besonderen Charme dieser mediterranen Lebensweise richtig spüren kann.

REZENSION: STERBENSWORT | SIEGFRIED LANGER

Dienstag, 14. Juni 2016 0 Kommentare

Was tust Du, wenn die Vergangenheit plötzlich ihre blutbefleckten Hände nach Dir ausstreckt?


Als ihr klar wird, dass in ihrer Abwesenheit regelmäßig jemand in ihre Wohnung eindringt, klettert Panik in der jungen Mutter Kathrin hoch. Als dann noch ihre Tochter im Kindergarten von Kathrins totgeglaubtem ehemaligen Mitbewohner angesprochen wird, weiß sie, dass etwas Schreckliches bevorsteht. Wird die tragische Entscheidung, die sie und ihre Freunde damals in der WG getroffen haben, sie nun einholen? Getrieben von Schuld und Rache beginnt ein dramatischer Wettlauf mit der Zeit, und zum ersten Mal in ihrem Leben muss Kathrin die Kontrolle abgeben ... [Text + Cover: Amazon Publishing]

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[wb] Die Geschichte läßt sich wohl am ehesten als Rachedrama nach dem Vorbild von Dumas' "Graf von Monte Christo" oder dem etwas neueren Film "Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast" charakterisieren. Im Rahmen einer Feier unter Studenten, deren überschwengliche Stimmung nicht zuletzt auf bewußtseinserweiternde Substanzen zurückzuführen ist, kommt es zur Katastrophe:

REZENSION: DAS ZIMMER | JONAS KARLSSON

Freitag, 10. Juni 2016 1 Kommentar



Jonas Karlsson erzählt in der Tradition Franz Kafkas von der wundersamen Verwandlung des kleinen Angestellten Björn, der eines Tages im Büro ein geheimes Zimmer entdeckt, im Flur gleich neben der Tonne für das Altpapier und dem Aufzug. Sobald Björn diesen Raum betritt, ist er ein anderer Mensch: Produktiv, kreativ - und glücklich. Doch niemand will ihm glauben, dass dieses Zimmer existiert. Ist er womöglich verrückt geworden, oder ist dies ein geschickter Schachzug seiner Kollegen, um ihn loszuwerden? [© Text und Cover: rubikon audioverlag]

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[mk] Wir begleiten Björn an seinem ersten Tag bei seiner neuen Arbeitsstelle in ein Großraumbüro einer schwedischen Behörde. Das Buch ist aus der Ich-Perspektive geschrieben, somit können wir Björns Gedanken und Eindrücke direkt verfolgen.

REZENSION: DIE UNGEHÖRIGKEIT DES GLÜCKS | JENNY DOWNHAM

Donnerstag, 9. Juni 2016 0 Kommentare


Das Leben der 17-jährigen Katie nimmt eine dramatische Wendung, als ein Anruf ankündigt, dass ihre Großmutter Mary bei ihr zu Hause einziehen wird. Ihre Mutter Caroline hat dem widerwillig zugestimmt, denn sie hatte seit vielen Jahren keinen Kontakt zu Mary und ist nicht gut auf sie zu sprechen. Katie muss mit der ihr fremden Großmutter das Zimmer teilen. Und sie fängt an, sich für Marys Geschichte zu interessieren. Katie will dem Familiengeheimnis auf die Spur kommen. Das ist nicht einfach, weil Mary an Alzheimer leidet. Doch Katie erkennt verblüffende Ähnlichkeiten zwischen sich und Mary: beide haben eine ungehörige Vorstellung vom Glück … [Text & Cover: © C. Bertelsmann Verlag]

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[sk] „Die Ungehörigkeit des Glücks" hat mich vor allem durch sein Cover in seinen Bann gezogen. Das Gesicht und der hypnotisierende Blick der jungen Frau haben mich nicht mehr losgelassen. Beides wirkt sehr durchdringend und die dadurch vermittelte Melancholie ging mir durch Mark und Bein. Auch durch den Klappentext wurde ich von dem Buch und seinem Inhalt gepackt.
Die Autorin schildert auf sehr einfühlsame Art und Weise die Geschichte von drei Generationen einer Familie, die erst durch das Schicksal wieder zueinander finden. Das Leben der jungen Katie, die der Leser als ein sehr intelligentes, aber leider auch unglückliches Mädchen kennenlernt, und das ihres Bruders Chris wird vorrangig von ihrer Mutter Caroline dirigiert.

REZENSION: KIRSCHBLÜTEN UND ROTE BOHNEN | DURIAN SUKEGAWA

Mittwoch, 8. Juni 2016 4 Kommentare



Sentaro ist gescheitert, nach allen Regeln der Kunst: Er ist vorbestraft, trinkt zu viel, und sein Traum, Schriftsteller zu werden, ist unerfüllt geblieben. Stattdessen arbeitet er in einem Imbiss, der Dorayaki verkauft: Pfannkuchen, die mit einem süßen Mus aus roten Bohnen gefüllt sind. Tag für Tag steht er in dem Laden mit dem Kirschbaum vor der Tür und bestreicht lustlos Gebäck mit Fertigpaste. Bis irgendwann die alte Tokue den Laden betritt. Die weise, aber sichtlich vom Leben gezeichnete Frau kocht das beste Bohnenmus, das man sich nur denken kann. Die Begegnung mit ihr verändert alles. Tokue lehrt Sentaro ihre Kunst und tatsächlich gewinnt er nicht nur die Lust am Backen, sondern auch die Freude am Sinnlichen und an den kleinen Dingen des Lebens zurück. Wenig später wird Wakana, ein Mädchen aus schwierigen Verhältnissen, zur Stammkundin des Imbisses und schließt Freundschaft mit Tokue und Sentaro. Doch die Welt meint es nicht gut mit den dreien … [© Text und Bild: DuMont Buchverlag]

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[mk] Was für eine ungewöhnliche aber wunderbare Freundschaft. Drei Leute, die eigentlich so gar nicht zusammenpassen. Sentaro, der von einem Tief ins andere rutscht, Tokue, Mitte siebzig, den größten Teil ihres Lebens hinter sich, und Wakana, die noch zur Schule geht. Und doch können sie viel füreinander tun. Sie geben sich Halt, sie machen dem anderen Mut und sind da, ganz ohne erhobenem Zeigefinger.

REZENSION: DIE MIR DEN TOD WÜNSCHEN | MICHAEL KORYTA

Freitag, 3. Juni 2016 2 Kommentare

Wem kannst du noch trauen, wenn dich alle verraten haben?


Der vierzehnjährige Jace wird unerwartet Zeuge eines brutalen Mordes. Er kann entkommen, wird aber von den Mördern gesehen. Unter neuer Identität soll Jace in Montana Zuflucht finden. Ethan Serbin, ein erfahrener Überlebensspezialist, steht ihm in der gnadenlosen Bergwelt zur Seite. Derweil kreisen die Killer ihre Opfer immer weiter ein. Für Ethan und Jace beginnt ein furioser Kampf ums Überleben ... [Text + Cover: Random House Audio]

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[wb] Man nehme einen jugendlichen Helden, lasse ihn zufällig einen Mord beobachten, verstecke ihn im Rahmen eines Zeugenschutzprogramms im Nirgendwo zwischen vielen Bergen und Bäumen und setze die eiskalten Killer wie Bluthunde auf seine Fährte. So lautet die Bastelanleitung, aus dem sich relativ einfach ein hochspannender Plot konstruieren läßt und der bereits etliche Regisseure für ihre Filme gefolgt sind.

REZENSION: ANNA UND DER SCHWALBENMANN | GAVRIEL SAVIT

Donnerstag, 2. Juni 2016 0 Kommentare


Krakau, 1939. Anna ist noch ein Kind, als die Deutschen ihren Vater mitnehmen, einen jüdischen Intellektuellen. Sie versteht nicht, warum. Sie versteht nur, dass sie allein zurückbleibt. Und dann trifft Anna den Schwalbenmann. Geheimnisvoll ist er, charismatisch und klug, und ebenso wie ihr Vater kann er faszinierend viele Sprachen sprechen. Er kann Vogellaute imitieren und eine Schwalbe für sie anlocken. Und er kann überleben – in einer Welt, in der plötzlich alles voller tödlicher Feindseligkeit zu sein scheint. Anna schließt sich dem Schwalbenmann an, lernt von ihm, wie man jenseits der Städte wandert, sich im Wald ernährt und verbirgt. Wie man dem Tod entkommt, um das Leben zu bewahren. Aber in einer Welt, die am Abgrund steht, kann alles gefährlich werden. Auch der Schwalbenmann.[© Text und Cover: cbt Verlag]

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[mk] Gerade einmal sieben Jahre ist Anna an dem Tag alt, als ihr Vater nicht mehr nach Hause kommt. Sie wartet bei einem befreundeten Apotheker auf ihn, der sie zwar in der kommenden Nacht in seinem Laden übernachten lässt, sie am nächsten Morgen allerdings auf die Straße setzt, sich mit einem Judenmädchen abzugeben ist ihm zu gefährlich. Glücklicherweise trifft sie auf den Schwalbenmann, der das aufgeweckte und clevere Mädchen nicht ignoriert.