Rezension: Das Geheimnis der Großen Schwerter 2: Der Abschiedsstein | Tad Williams

Samstag, 14. Januar 2017 0 Kommentare

Weiter geht's mit dem zweiten Teil der Fantasy-Saga.



Der untote Elbenprinz Ineluki ist zurück und will sich für vergangenes Unrecht an den Menschen rächen. Für seine grausamen Ziele hat er sich mit Elias verbündet, der die Herrschaft auf dem Hochhorst übernommen hat. Josua, Elias Bruder und Konkurrent um die Thronfolge, ist nur knapp einem Anschlag entkommen. [© Text und Cover: Klett-Cotta Verlag]

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Es geht zurück nach Osten Ard mit dem zweiten Band des Geheimnisses der Großen Schwerter. Nach dem beeindruckenden ersten Teil mit dem Titel „Der Drachenbeinthron" bin ich sehr gespannt darauf, was Simon und die anderen in ihrer faszinierenden Welt noch erleben. Und das ist so einiges, denn dieses Buch bringt es immerhin auch auf knapp 900 Seiten. Damit und durch die kleine Schrift ist es ein Fantasywälzer im besten Sinne. Einer, der einen lange beschäftigt und in den man herrlich abtauchen kann. Am Anfang findet sich eine kurze Zusammenfassung des ersten Teils, das hilft beim wieder Reinfinden. Das ersetzt die Lektüre allerdings nicht, wer in das Geheimnis der Großen Schwerter einsteigen will, sollte unbedingt mit dem Drachenbeinthron beginnen. 

Nachdem das Reich des verstorbenen Königs Johan im ersten Teil beginnt, auseinander zu fallen, nimmt jetzt die Bedrohung aus dem Norden weiter zu. Die Macht der Nornen wächst und drängt die Verbliebenen der „guten Seite" zur Flucht und in Verstecke. Es ist kaum vorstellbar, dass Prinz Josua mit seiner kleinen Schar Überlebender noch etwas dagegen ausrichten kann. Und ausgerechnet Simon, dem Küchenjungen soll es gelingen, die drei legendären Schwerter zusammen zu tragen, die vermutlich den Vormarsch der mystischen Feinde stoppen können? Da ist wohl nur noch der berühmte letzte Strohhalm übrig, der den Helden Zuversicht gibt.






Im Vergleich zum Vorband nimmt die Komplexität zu, es sind jetzt fünf bis sechs Handlungsstränge zu verfolgen. Das erfordert mehr Aufmerksamkeit, überfordert fühlte ich mich damit aber nicht. Durch die Wechsel werden mir sehr unterschiedliche Teile von Osten Ard näher gebracht. Von den eisigen Bergen des Nordens über geheimnisvolle Wälder bis zu den Häfen und Sümpfen des Südens lerne ich beeindruckende Schauplätze kennen. Und auch verschiedenste Völker und Wesen wie Riesen oder Trolle, die auf Widdern reiten. Das und auch die gut ausgearbeiteten Charaktere, die bis in die Nebenrollen stimmig sind, ziehen mich in die epische Geschichte hinein.

„Simon schüttelte den Kopf und pustete auf seine eiskalten Hände. Seine Ideen gingen ihm durch und hüpften herum wie Mäuse in einer unversperrten Speisekammer." (S. 222)

Bemerkenswert ist auch Tad Williams' Schreibstil. Besonders durch die Sprache der Protagonisten kommt ein gewisses Mittelalterflair auf. Das fördert die Atmosphäre von Mythen und Legenden. Williams lässt seine Helden gelegentlich sogar über das Leben, den Tod oder Gott philosophieren. Ein großartiger Erzähler! Der zweite Band ist zwar auch nicht wirklich actionreich, ich bin dennoch von der Dramaturgie und der stimmigen Fantasywelt gefesselt.


Persönliches Fazit 

Nach dem faszinierenden ersten Teil zieht mich auch der zweite in seinen Bann. Mehr Komplexität und mehr von den Ländern der Welt von Osten Ard, mehr Völker und mystische Wesen tragen zu einem ruhigen aber stimmungsvollen und wunderbar erzählten Fantasy-Leseerlebnis bei.


© Rezension: 2016, Marcus Kufner 


Das Geheimnis der Großen Schwerter 2: Der Abschiedsstein | Tad Williams | Klett-Cotta Verlag
Aus dem Amerikanischen von Verena C. Harksen
2013, gebunden, 891 Seiten, ISBN: 9783608938678
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[marcus]

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