Rezension: Blumen der Nacht I V.C. Andrews

Freitag, 25. August 2017 1 Kommentar

38 Jahre später immer noch ein starkes Buch! 





Von der Außenwelt abgeschlossen, vergessen von der Mutter, leben Cathy, Chris und die Zwillinge Carrie und Cory jahrelang im Halbdunkel eines Dachbodens. Die Mutter hält ihre eigenen Kinder von der Außenwelt fern, aus purer Geldgier. Sie wird nicht erben, wenn der Großvater von der Existenz seiner Enkel etwas erfährt... [Text & Cover: © Edel Elements]

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Bereits 1979 ist „Blumen der Nacht“ unter dem Original Titel „Flowers in the Attic" in den USA erschienen und brachte der bekannten Autorin V. C. (Virginia Cleo) Andrews den großen Durchbruch. Er ist der Auftakt einer fünfteiligen Famailiensaga - der Foxworth-Saga. Im Zeitraum von 6 weiteren Jahren erschienen „Wie Blüten im Wind“ (Petals on the Wind), „Dornen des Glücks“ (If there be thorns), „Schatten der Vergangenheit“ (Seeds of Yesterday) und „Gärten der Nacht“ (Garden of Shadows)

Mittlerweile kann man einige Bücher der Autorin - darunter eben auch die ersten drei Bände der Foxworth-Saga als Ebook im Edel Verlag erstehen und als ich dies sah, dachte ich sofort daran, wie sehr mir damals die Bücher gefallen haben.

Cover_VCAndrews_Foxworthsaga


Meine Mutter las schon gerne ihre Romane und die Foxworth-Saga stand daher auch in unserem Wohnzimmerschrank. Mittlerweile ist es über 20 Jahre her, dass ich diesen ersten Band „Blumen der Nacht“ zum ersten mal von ihr bekommen und gelesen habe. Ich war damals schon sehr begeistert von dem Buch sodass ich es nun gerne erneut lesen wollte. Das Leben der vier Geschwister Cathy, Chris, Carrie und Corry zog mich in den Bann, auch wenn es andererseits sehr beklemmend war. V.C. Andrews hatte ein Talent, ihre Leser an die Geschichte zu fesseln und man konnte sich in die Protagonisten hineinversetzen. Sie hauchte ihnen Leben ein, gab ihnen Ecken und Kanten und baute die einzelnen Charaktere sehr gut aus. Sie traf einen Nerv, denn ich litt regelrecht mit den Kindern, hasste mit ihnen zusammen die tyrannische und eiskalte Großmutter und war schockiert über das Verhalten der Mutter, die ihren eigenen Kindern solch etwas antun konnte, geleitet vom dem starken Wunsch nach Reichtum und Luxus. 

Nachdem der Vater bei einem schweren Autounfall ums Leben kommt, trifft die Mutter eine folgenschwere Entscheidung für die Zukunft der Familie. Sie ist nicht fähig, selbst für den Unterhalt aufzukommen und zieht mit den Kindern nach Foxworth Hall zu ihren eigenen Eltern. Da sie in den Augen des Großvaters etwas Unverzeihliches getan hat, muss sie erst wieder seine Gunst zurück gewinnen. Einerseits duldet er keine Enkelkinder, andererseits wartet da ein riesiges Vermögen als Erbe. Die Geschwister müssen sich daher auf dem stickigen Dachboden verstecken, werden aber von der Mutter beruhigt mit dem Hinweis, dass Großvater quasi schon im Sterben liegt. Seine Tage sind gezählt und nach seinem Tod ist alles wieder gut. Doch aus Tagen werden Wochen, aus Wochen Monate … 

Das Leben der Kinder spielt sich nur noch in einem kleinen Zimmer samt angrenzendem Dachboden ab. Die Vorhänge sind zugezogen, die Fenster geschlossen, denn kein Laut darf nach draussen dringen. Das Essen wird ihnen morgens von ihrer fanatisch religiösen Großmutter gebracht, deren Strenge und Härte unnachgiebig ist. Es gibt viele Regeln, die nicht gebrochen werden dürfen, da sonst harte Strafen drohen. 

Cathy hält das triste Leben auf dem Dachboden, ihre Erlebnisse und Erfahrungen in einem Tagebuch fest. Sie ist es auch, die uns Lesern diese Erfahrungen erzählt und nahe bringt. Die schire Verzweiflung der Kinder ist fast spürbar, die Beschreibung ihres „Zuhauses“ lässt einen nach dem Wasserglas greifen, da man diese staubtrockene Luft beinahe selbst im Hals fühlen kann. Die Geschwister werden älter, verändern sich und versuchen, sich selbst zu helfen, sich am Leben zu erhalten und sich weiter zu entwickeln, so gut ihnen das eben irgendwie möglich ist. Nicht allen gelingt das … 

Geschwisterliebe, das Erwachsenwerden, Familie und Zusammenhalt - all das sind Themen, die in „Blumen der Nacht“ aufgegriffen werden. Aber zentrales Thema ist Reichtum, Macht und Machtmissbrauch. Wie sehr beeinflusst Geld den Charakter. Wie weit würde jemand tatsächlich gehen, dem großer Reichtum winkt. Wiegt viel Geld gegen die Liebe, gegen die Familie auf? 

Persönliches Fazit

Blumen der Nacht ist ein wahrlich sehr gelungener Auftakt der Foworth-Saga, die einen mitreisst. Man durchlebt eine Achterbahn der Emotionen und dennoch kann man das Buch kaum aus der Hand legen. Beklemmend und doch auch in eine gewissen Weise faszinierend. V.C. Andrews hat mich mit diesem Buch stark beeindruckt - damals wie heute! 

>> Ein Eindruck zum zweiten Band „Wie Blüten im Wind“ folgt. 


© Rezension: 2017, Alexandra Stiller


Blumen der Nacht I V.C. Andrews I Edel Verlag
Übersetzung: Michael Görden
2016, EBook, 432 Seiten, ISBN: 978-3-95530-848-3
Buch bestellen bei Amazon.de [Affiliate Link]

[alexandra]

1 Kommentar:

  1. Danke, für die schöne Rezension. Das Buch klingt sehr nach meinem Geschmack!

    Neri, Leselaunen

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