Rezension: Palast der Finsternis | Stefan Bachmann

Donnerstag, 14. September 2017 1 Kommentar



Die Außenseiterin Anouk ist mit vier anderen Kandidaten nach Paris gekommen, um einen lange verschütteten unterirdischen Palast zu erforschen, den ein verrückter Adliger zur Zeit der Französischen Revolution als Versteck für seine Familie erbauen ließ. Doch nachdem die Jugendlichen einmal durch die Tür mit dem Schmetterlingswappen getreten sind, erwartet sie in jedem weiteren Raum ein neuer Abgrund, den sie nur gemeinsam bezwingen können. [© Text und Cover: Diogenes Verlag]

[trennlinie]

Das klingt doch mal aufregend: einen Palast erforschen zu dürfen, den seit über zweihundert Jahren kein Mensch mehr betreten hat. Welche Kunstwerke, Reichtümer und Kuriositäten warten dort unter der Erde wohl auf ihre Entdecker? Eine sehr reizvolle Aufgabe für die fünf jungen Leute, die extra dafür nach Frankreich eingeflogen werden. Anouk ist von Natur aus ein recht misstrauischer Mensch. Ihr drängt sich schon die Frage auf, wieso die Eigentümer des Anwesens diese Forschung nicht an renommierte Wissenschaftler vergeben haben. Klar, dass das, was sie dort finden, etwas ganz anderes und viel gefährlicheres ist, als sie und ihre Gruppe erwartet haben. Eine atemlose Jagd beginnt, die mich bis zum Ende gepackt hat.






Meistens finde ich Charaktere besonders interessant, wenn sie eine verzweifelte, unglückliche Seite haben. Anouk ist eine Person dieser Art. Mit ihren siebzehn Jahren flüchtet sie von ihrem Elternhaus in dieses Abenteuer, ohne zu sagen, wo sie hinfährt. Irgendetwas muss sie sehr verletzt haben. Das ist eine der Fragen, die den Spannungsbogen hochhalten, schließlich will ich wissen, was sie so belastet und sie zur Außenseiterin gemacht hat. Ihre vier Mitstreiter bleiben dagegen etwas blass.

„Ich glaube einfach nicht daran, dass die Menschen im Grunde ihres Herzens gut sind. Im Gegenteil: Ich glaube, dass die Leute im Grunde ihres Herzens am allerschlimmsten sind." (Kapitel 5)

Der Roman wechselt hin und wieder zwischen heute und dem Jahr 1789, der Zeit der Französischen Revolution. Die Familie Bessancourt, denen das Schloss gehört, ist wie jeder Adelige zu der Zeit in akuter Lebensgefahr. Viele von denen werden in Paris und anderen Städten getötet. Es ist nicht die Frage, ob der Mob das Landgut erreicht, sondern wann. Nach und nach werden mir die Zusammenhänge zwischen damals und heute klar. Das ergibt einen ausgefeilten Plot mit Menschen, die Gott spielen wollen und nicht bedenken, was sie in ihrem Größenwahn anrichten. Das hat ordentlich Tempo und ist sehr spannend.

Persönliches Fazit

Der „Palast der Finsternis" zieht mich von Beginn an in seinen Bann. Schließlich will ich auch wissen, was da unter der Erde wartet. Ein sehr spannender und temporeicher Kampf um Leben und Tod mit einem gut konstruierten Plot. 

© Rezension: 2017, Marcus Kufner


Palast der Finsternis | Stefan Bachmann | Diogenes Verlag
2017, ebook, 320 Seiten (Printausgabe), ISBN: 9783257608052
Aus dem Amerikanischen von Stefanie Schäfer
Buch bestellen bei Amazon.de  (Affiliate Link)


[marcus]

1 Kommentar:

  1. Das Buch habe ich gewonnen. Und bin auch schon ganz gespannt, wie es mir gefällt.

    Neri, Leselaunen

    AntwortenLöschen

Wir freuen uns, wenn ihr unsere Beiträge kommentiert, denn dadurch wird dieser Blog lebendig! Bitte habt Verständnis, dass Beiträge vorab geprüft werden, um Spam zu verhindern. Daher kann es einen Moment dauern, bis Kommentare sichtbar werden. Lieben Dank.