Rezension: Der letzte König von Osten Ard: Die Hexenholzkrone 2 | Tad Williams

Sonntag, 26. November 2017 0 Kommentare

Wieder zurück im Fantasyreich Osten Ard.




Der Norden erhebt sich, und es heißt die alte Kriegsgöttin Morriga habe sich geregt. König Simon und Königin Miriamel müssen ihren einzigen Thronerben, Prinz Morgan, auf eine Mission zu dem uralten Volk der Sithi schicken. Lässt sich der Frieden noch retten? [© Text und Cover: Klett-Cotta Verlag]

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Mir wäre es ja lieber gewesen, die Hexenholzkrone in einem Buch zu lesen. 1300 Seiten hätten einen bemerkenswerten Umfang ergeben. Ich vergesse Details relativ schnell, von dem her ist es gut, dass der zweite Teil schon zwei Monate nach dem ersten erschien. Da ist bei mir noch nichts verloren gegangen. Trotzdem hoffe ich, dass die folgenden zwei Bücher der Reihe nicht auch aufgeteilt werden.



Im ersten Teil der Hexenholzkrone gab ein Wiedersehen mit den Helden der alten Osten Ard-Trilogie. Allerdings sind, so wie die Bücher, auch sie rund 30 Jahre älter geworden. Ein cleverer Schachzug des Autors, denn in dem Zeitraum hat sich so einiges verändert im Königreich. Der hart erkämpfte Frieden ist in Gefahr. Die den Menschen feindlich gesinnten Nornen scheinen sich wieder zu regen, aber auch in den Herzogtümern rumort es nach einem Generationenwechsel. Nach dem wir uns im ersten Buch mit der Lage vertraut machen konnten, werden die losen Handlungsfäden langsam straffer gezogen.

„Wie kann die Zeit so schnell vergehen?, fragte sie sich. Nichts auf der Welt ist doch so wertvoll wie Zeit, nicht Gold, nicht Juwelen, ja nicht einmal Liebe. Wie kann uns die Zeit da einfach so durch die Finger rinnen?" (S. 341)



Tad Williams kümmert sich intensiv um seine zahlreichen Charaktere. Er beherrscht die Kunst, hier die Übersicht zu behalten und das Geflecht der Handlungsstränge zu gestalten, wie kaum ein anderer. Zu den Helden von einst gesellen sich einige spannende neue Charaktere, wie Morgan, der Enkel des Königspaars, der so gar nicht scharf auf das Regierungsamt ist, das er einmal antreten soll. Oder Unver, ein cooler Außenseiter, dem vermutlich auch noch eine Rolle im Schicksal des Landes zukommt. Tad Williams konstruiert daraus genau das, was ich von der neuen Trilogie erwarte: eine epische Geschichte auf dem Niveau der alten. Durch seine herrliche Erzählweise verfolge ich gebannt die Abenteuer seiner Recken in den verschiedensten Winkeln des Königreichs von Osten Ard und kann wunderbar in die Fantasywelt abtauchen.

Persönliches Fazit

Bei „Der Hexenholzthron" geht es mir so, wie schon bei der alten Trilogie: es macht süchtig! Ich will gar nicht mehr raus aus der fantastischen Welt mit seinen skurrilen, tapferen oder aggressiven Charakteren. Ich würde am liebsten gleich weiterlesen, aber jetzt heißt es warten auf den nächsten Teil.

© Rezension: 2017, Marcus Kufner



Der letzte König von Osten Ard: Die Hexenholzkrone 2 | Tad Williams | Klett-Cotta Verlag
Aus dem Amerikanischen von Cornelia Holfelder-von der Tann und Wolfram Ströle
2017, gebunden, 550 Seiten, ISBN: 9783608961966
[marcus]

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