Rezension: Lizzy Carbon und der Klub der Verlierer | Mario Fesler

Sonntag, 11. Dezember 2016 0 Kommentare


Das Leben macht es der dreizehnjährigen Lizzy nicht leicht: ein Körper, der tut, was er will, Eltern, die nichts kapieren, und Klassenkameraden, die abfällig auf sie und ihre beste Freundin Kristine herabgucken. Da macht das anstehende Schulfest die Laune nicht besser – denn da darf sie garantiert eh wieder nur die Gläser spülen. Als sie diesen Gedanken im falschen Moment laut ausspricht, hat sie plötzlich ihre eigene Projektgruppe mit allen Außenseitern der Unterstufe am Hacken. Doch schon bald stellt sie fest: Wenn so ein „Klub der Verlierer“ erst mal in Fahrt kommt, ist die Niederlage nicht so vorprogrammiert, wie alle denken … [Text & Cover: © Magellan Verlag]

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Lizzy lässt uns eintauchen in ihre Gefühls- und Gedankenwelt, in ihren Alltag und Kampf mit sich und ihrer Welt. Für mich als Erwachsene spannend. Ein Rückblick in die eigene Teeniewelt und auch als Spiegel der heutigen Zeit.

Lizzy erzählt von ihrem Alltag und ihrem Kampf ums „Überleben“ in der Schule. Eine Geschichte aus dem wahren Leben. Pubertät, Freundschaften - Teenies haben es nicht leicht, egal in welchem Zeitalter. Egal ob Außenseiter wie Lizzy oder auch die sogenannten Idole der Schule, Teenie ist Teenie. Sich selbst und seinen Platz im Leben zu finden, sich zu behaupten und nicht zu ducken, ist nicht einfach und erfordert viel Mut. Mut den auch Lizzy aufbringen muss. Mut sich mitzuteilen, zu vertrauen und nicht unterkriegen zu lassen.

Alles dreht sich um den bevorstehenden großen Tag des Schulfestes und dementsprechend groß ist ihre Aufregung. Als Lizzy ein Tagebuch geschenkt bekommt, ist sie zunächst sehr skeptisch. Findet sie es doch ziemlich altmodisch und weiß nichts groß mit anzufangen. Doch Stück für Stück vertraut Lizzy ihrem Tagebuch so einiges an und schreibt sich ihren Frust von der Seele.



Mit einem Schmunzeln, vielem Grübeln und auch Augenzwinkern hat es mir Spaß gemacht dieses Buch zu lesen. Lizzy hat eine trockene humorvolle Art und zog mich direkt in ihren Bann.

Die Protagonisten sind alle gut beschrieben und auch gut vorstellbar. Sich in die Geschichte hineinzuversetzen ist nicht schwer, egal wie alt die Leserin oder der Leser ist. Ab und an ertappte ich mich augenrollend und leicht angesäuert. Mensch Lizzy, wehre dich – war einer meiner Gedanken. Doch man darf ihr Alter nicht vergessen. Wie war ich selbst in diesem Alter, wie verhalten sich die Kids heute?! Sie überstehen den Tag, den Schulalltag. Ihnen fehlt der Mut sich zu behaupten. Mit Recht? Mobbing ist leider ein großes Thema und wird es auch noch weiterhin sein. Umso wichtiger ist so eine Geschichte wie diese. Niemand ist dazu verdammt ein wirklicher Verlierer zu sein, dass wisst ihr hoffentlich und dieses Buch macht dies klar.

Das Cover ist bezaubernd gestaltet. Bunt und wirr wie die Welt eines Teenies halt. Der Anfang jedes Kapitels zeigt an, wie viele Tage noch bis zum Schulfest vergehen und mit einer verspielten Umrahmung versehen. Die Schriftart und –größe der Tagebucheinträge ist im Gegensatz zum restlichen Buch verändert und etwas kleiner.
Der Magellan Verlag hat sich durch die immer wiederkehrend auffälligen Cover seiner Bücher in mein buchiges Herz geschlichen. Wer weiß, ob mir das eine oder andere Buch sonst aufgefallen wäre, wenn die Cover nicht so einzigartig und wiedererkennend gestaltet wären.


Persönliches Fazit

Ein gelungenes und lesenswertes Buch. Noch einmal eintauchen in die Gefühls- und Gedankenwelt eines 13 Jährigen Mädels. Genial, authentisch, flüssig, lustig und doch auch wach rüttelnd geschrieben. Auch wenn die Geschichte hier und da etwas provozierend geschrieben ist, so macht sie deutlich, dass es sich lohnt, mit etwas Mut für sich und sein Ideal zu kämpfen.

Wir Erwachsenen, ja auch Du! - Lebt nach dem Motto „Sei die Person die du als Kind gebraucht hättest“ und bewahrt trotzdem das Kind in Euch.
Wie philosophiert man so schön: „Noch einmal wieder Kind sein, aber mit dem Wissen von heute“. Könnte die Welt dann vielleicht eine bessere sein?

© Rezension: 2016, Susa


Lizzy Carbon und der Klub der Verlierer | Mario Fesler | Magellan Verlag
Ab 12 Jahre
2016, Gebundenes Buch, 240 Seiten, ISBN: 978-3734850257
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[susa]

Unsere Geschenkidee: Das Burger-Buch `BURGER UNSER`

Samstag, 10. Dezember 2016 0 Kommentare

DAS MUST-HAVE FÜR ALLE BURGER-LIEBHABER!

Es ist nicht das erste und sicherlich nicht das letzte Buch, das über Burger geschrieben wurde – aber vermutlich das beste!


Neben allem Wissenswerten und genialen Bildern verrät es sämtliche Tipps und Tricks für die eigene Herstellung göttlicher Burger. Der Theorieteil liefert Hintergründe und Rezepte zu den Themen Fleischauswahl, Pattyblends und knackige Beilagen sowie mehr als 50 Saucen und perfekte selbst gebackene Buns. Im zweiten Teil finden sich nicht nur opulente Beefburger, sondern auch vegane und süße Kreationen, sodass keine Wünsche offen bleiben. Abgerundet wird das Standardwerk durch eine Übersicht der besten Burger-Läden im deutschsprachigen Raum.
Ob Burger-Novize oder -Professional – das Burger Unser verspricht den Eintritt ins Burger-Paradies! Nicht mehr und nicht weniger. Amen. [Text, Cover & Video: © Callwey Verlag]

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Es gibt mittlerweile wahrlich eine riesige Auswahl an Kochbüchern mit Burger-Kreationen und man stellt sich dann natürlich auch die Frage: Muss denn noch eins sein? Ja, es muss! Dieses Werk der fünf Autoren & Köche Hubertus Tzschirner, Nicolas Lecloux, Dr. Thomas Vilgis, Nils Jorra und Florian Knecht ist nicht einfach irgendein Burger-Buch - nein: es ist DAS Burger-Buch schlechthin! Die fest und vor allem sehr hochwertig gebundene Ausgabe kommt mit seinen 288 Seiten und knappen 2kg sehr massiv daher, ist aber auch mit massiv leckeren und sehr vielfältigen Rezepten gefüllt. 

Zu Beginn des Buches findet man erst einmal eine Art „Bedienungsanleitung“ und jedes Kapitel bzw. Thema beginnt mit einer ausführlichen, bebilderten Schritt-für-Schritt-Anleitung, die wirklich sehr gut gelungen ist und quasi keine Fragen offen lässt. Unter dem Thema „Wissen statt Glaube“ findet man immer wieder äusserst hilfreiche Tipps und Tricks und lernt wirklich Wissenswertes aus der Küche im richtigen Umgang mit Zutaten und was unser Tun bewirkt. So wird zum Beispiel erklärt, was Wechselwirkungen zwischen Salz und Gluten bewirken, wie Salz eigentlich den Teig verändert, auf was es eigentlich bei der Zubereitung von Mayo ankommt oder welchen Einfluss der Temperaturverlauf beim Fleischbraten auf den Geschmack hat. Die sehr detaillierten Hintergrundinformationen überzeugen und ein jeder kann hier noch das ein und andere lernen.

Die Rezeptvielfalt ist grandios und das nicht nur im Bereich der Burger. Es gibt rundherum auch eine große Auswahl an Rezepten für Buns, Sossen und verschiedene Beilagen. Jedem Thema wird ausführlich Zeit gewidmet. So findet man alleine schon 18 Rezepte für „Eingelegtes“ oder 18 Rezepte nur für Ketchup & Mayos. 

Die Fotografien sind äussert hochwertig, gestochen scharf und lassen einem das Wasser im Munde zusammenlaufen. ich habe selten so gelungene Foodfotografie in einem Kochbuch gesehen. Das Buch hat sogar eine eigene und vor allem sehr beliebte Facebook-Seite. Ich kann es verstehen, denn auch ich bin ein kleines bisschen verliebt in dieses Buch und dem „Burger Unser“ verfallen. Ein Highlight in meiner Kochbuch-Sammlung, dass ich immer wieder gerne zur Hand nehme. 

Aufgrund der Hochwertigkeit und Exklusivität hat das *BURGER UNSER auch einen stolzen Preis, der aber in meinen Augen auch vollkommen gerechtfertigt ist. 
Wir haben das Buch auch schon an Freunde verschenkt und es kam immer super an. Ein mächtiges Werk voller Burger-Kunst und ein wahrlich edles Buch zum verschenken an alle, die gerne in der Küche tüfteln und Burger lieben.

"Der belgische Samurai" von Seite 228 ist ein Traum. Wir haben Buns gebacken, die Samurai-Sosse nach Rezept ist herrlich gelungen, die in Ahornsirup und Balsamessig geschmelzten Zwiebeln sind ein Traum. Und Süßkartoffel-Pommes auf dem Burger - das müsst ihr mal probieren, einfach köstlich! Geh aber natürlich auch als Beilage.

Diese Burger sind einfach lecker !!!




© 2016, Alexandra Zylenas

Buchinformation:
 Burger Unser | Callwey Verlag
2016, HC, 288 Seiten, ISBN 978-3-7667-2201-0
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[alexandra]

Rezension: Schneestill | Anna Stern

Mittwoch, 7. Dezember 2016 0 Kommentare


Eine atmosphärische Suche nach der Wahrheit. 
















Im  winterlichen Paris begegnet der Student Roel in einer Bar der geheimnisvollen Théa, deren melancholische Erscheinung ihn fasziniert. In einem Zeitungsartikel über eine soeben aus dem Gefängnis entlassene Frau, welche des Kindsmordes angeklagt war, erkennt er am nächsten Tag Théas Gesicht wieder. Da ihn die Geschichte nicht mehr loslässt und er an der Schuld der jungen Frau zweifelt, will er der Wahrheit nachgehen. Bei dieser Entscheidung spielt auch ein von Théa aus Papier gefalteter Schwan eine bedeutende Rolle. Roels Suche durch die schneebedeckten Straßen von Paris führt ihn zu einem herrschaftlichen Haus, wo er Théa auch tatsächlich wiedertrifft. Im Laufe eines kalten Winterabends gewinnt Roel schließlich Théas Vertrauen und erfährt ihre Version der Geschichte. Doch handelt es sich hierbei auch wirklich um die Wahrheit? Geschah bei diesem Mordfall ein Justizirrtum oder leidet die junge Frau an Realitätsverlust? [© Text und Cover: Salis Verlag

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Sie geht ihm nicht mehr aus dem Kopf, diese mysteriöse und faszinierende Unbekannte, der Roel in einem ziemlich heruntergekommenen Bistro begegnet. Er ist geschockt, als er ihr Bild in der Zeitung entdeckt und erfährt, dass sie gerade aus dem Gefängnis entlassen wurde. Er ist hin und her gerissen zwischen dem Entsetzten gegenüber der Tat und dem Unglauben, dass diese zarte junge Frau eine Mörderin sein soll. Aber er kann es nicht lassen, er macht sich auf die Suche nach ihr. Nachdem er sie gefunden hat und sie nach dem Mord gefragt hat, erzählt sie ihm davon. Es ist hart, die Details dazu zu hören, ist es doch eine furchtbare Sache, wenn es um tote Kinder geht. Ob sich die Ereignisse allerdings so zugetragen haben, wie Théa sie schildert, ist die entscheidende Frage… 

Die Charakterisierung ist eine der Stärken dieses Buchs. Roel ist mit sich und seiner Lebenssituation nicht sonderlich glücklich. Und er ist unsicher, ob er Théa ansprechen soll, würde es aber auf jeden Fall bereuen, wenn er es lassen würde. Das macht ihn für mich zu einem sympathischen und glaubwürdigen Protagonisten. Und Théa ist mit ihrer Art eine sehr ungewöhnliche Person. Da geht es mir wie Roel, ich will auch mehr von ihr erfahren. 

„Für einen Moment schloss er die Augen. Gierig atmete er den Geruch des Feuers, des sterbenden Holzes und der gefangenen Buchstaben und Geschichten ein. Gab es etwas Schöneres als einen Raum voller Bücher? Und dazu das Flüstern eines warmen Feuers und die leisen, leicht melancholischen Klänge einer Musik, die glücklich machte?" (S. 96) 

Bei manchen Büchern fragt man sich, was der Text mit dem Titel zu tun hat. Bei „Schneestill" passt der Name perfekt. Drückt er doch die Stimmung aus, die von dem verschneiten und kalten Paris ausgeht. Anna Stern erzeugt mit einem schnörkellosen und trotzdem poetischen Schreibstil eine ruhige und melancholische Atmosphäre. Da komme ich mir fast so vor, als wenn ich mit am Glühweinstand stehen würde. 


Persönliches Fazit 

Ein wundervoller Debütroman! Roel, auf der Suche nach der Wahrheit, und Théa, die vermeintliche Mörderin, sind interessante Charaktere. Mit ihrer schönen, klaren Sprache erzeugt Anna Stern eine besondere Atmosphäre. „Schneestill" war für mich ein besonderer Lesegenuss. 


© Rezension: 2016, Marcus Kufner 


Schneestill | Anna Stern | Salis Verlag
2014, gebunden, 256 Seiten, ISBN: 9783906195179
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[marcus]