Rezension: Sommer in Villefranche | Birgit Hasselbusch

Dienstag, 25. Juli 2017 0 Kommentare

Eine erfrischender Ausflug an die Côte d'Azur.

Plötzlich Französin! Insa Nicolaisen (40) befindet sich gerade in einer Phase im Leben, in der man sich für a) durchhalten oder b) die Flucht nach vorn entscheiden kann. Insa entscheidet sich für Variante b), nimmt die Flucht wörtlich und wandert aus. Und zwar genau dorthin, wo sie die glücklichste Zeit ihres Lebens verbracht hat: Südfrankreich. Was malerisch klingt, ist es auch – bis einige unvorhergesehene Dinge geschehen... [Text + Cover: dtv Velag]
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Eine herrliche lange Reise, jawohl – ich komme gerade von einer Reise zurück. Ich war in Frankreich, bin leicht gebräunt und wundervoll entspannt. 
Nein, aber im Ernst - dieser Roman las sich so wunderbar fließend und die bildhaften Beschreibungen der handelnden Orte waren so greifbar nah - wie eine wirkliche Reise. Ich las dieses Buch unter anderem einmal im Wartezimmer meines Arztes und schlug es direkt dort auf um weiterzuschwelgen. Eine ältere Dame meinte: „Das muss ja spannend sein, dass sie sofort und so schnell weiterlesen.“ Meine Antwort: „Ich bin gerade in Frankreich.“ Wir grinsten uns an. 

Bereits nach nur wenigen Zeilen hat mich die Geschichte um Insa und ihre Lieben gepackt. Auch wenn ich der französischen Sprache nicht mächtig bin und mir ehrlicherweise das eine oder andere Wort übersetzt habe, bzw. die Aussprache, fand ich mich gut in die Geschichte.
Insa erzählt und führt uns durch diesen Roman. Sie blickt hinter die Kulissen der Franzosen, in ihre Denkweisen und Charaktere. Sie blickt auf eine Zeit voller Glück vor sechzehn Jahren zurück und grübelt, was wär wenn gewesen. Sie war schwer verliebt und hat sich dennoch gegen diese Liebe und für eine andere entschieden. Ob Fehler oder nicht, verrate ich an dieser Stelle nicht. Nur so viel, wer an der Liebe zweifelt und nach seinem persönlichen Sinn und Sein sucht, dem wird dieses Buch vielleicht sogar die Augen öffnen. Erschreckender- oder erstaunlicherweise finde ich mich in diesem Buch wieder. Ich hab schwer gegrübelt und glaube, dass jeder Mensch sein Happy End – seinen Weg finden kann. Dies glaubte ich bisher natürlich auch schon, dieses Buch unterstreicht dieses aber auf eine wunderbare Weise.

Nach einer Kurve kamen wir an einem kleinen Hafen vorbei. Kurz darauf hatte man einen sensationellen Blick auf das blaueste Blau der Côte d` Azur. Auf Jetskifahrer, auf Kreuzfahrtschiffe, auf kleine Buchten. „Ich hatte vergessen, wie blau das Wasser hier ist“, murmelte ich. [Seite 28]

Insa lässt ihr Liebesleben also zurück in Hamburg und bricht auf in ein Abenteuer, nach Frankreich. Sie begibt sich an den Ort, den sie vor sechzehn Jahren Hals über Kopf verlassen hatte. In Villefranche und dem Haus, welches sie verwalten soll, angekommen trifft sie auf die Hausherrin, die eigentlich nicht mehr vor Ort sein sollte. Nach einigen Reibereien und Wortgefechten kommen sich die Frauen näher und schmieden Pläne. 

Insa glaubt, dass ihre Schwester ein wunderbares Leben mit ihrem Mann Markus und ihrer Tochter Mia führt. Doch nicht alles was nach außen hin harmonisch wirkt, ist auch so.  Jana nimmt sich eine Auszeit und folgt Insa nach Frankreich. Nach und nach kommen sich die Schwestern näher. Auch entstehen wundervolle Freundschaften und beruflich tut sich einiges.
Und dann ist da ja auch noch die große Liebe von vor sechzehn Jahren. Insa und Matthieu, Matthieu und Insa. Fast nach jedem Kapitel ist ein Facebook-Eintrag abgedruckt. Matthieu denkt also genauso stark an Insa, wie sie an ihn. Jedoch sieht sie diese Einträge nicht, die einiges vereinfacht hätten.

Matthieu Dupont
2. August 2006 | Nizza | Frankreich
Ich bin ja der Typ, der nicht mal mehr weiß, was er gestern zum Abendbrot hatte. Aber an einen Tag hier erinnere ich mich ganz genau. An das schöne, an das Hässliche. Ich hätte dich einfach festhalten sollen.
Aber du warst schon immer schneller, lapine!
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Die handelnden Orte, Figuren und Geschehnisse sind so wirklich – als wäre man mittendrinn. So muss ein Buch geschrieben sein. Egal ob man das Buch auf dem Sofa, im Garten, in einem Wartezimmer oder sogar am Strand liest - so oder so ist man voll dabei, in Frankreich an der Côte d` Azur.

Mein persönliches Fazit

Zeitweise lustig und spannend verfolgte ich die Geschehnisse. Dieses Buch macht wirklich Spaß. Es ist spannend, erfrischend, sehr herzlich und humorvoll. Ich hatte sogar Gänsehaut. Ihr müsst es einfach lesen. Hatten wir nicht alle schon einmal eine große Liebe und grübeln, was wäre wenn. Was wäre, wenn ich mich anders entschieden hätte …

© Rezension: 2017, Susa


Sommer in Villefranche  |  Birgit Hasselbusch  |  dtv Verlagsgesellschaft
10. März 2017 / Roman / 288 Seiten / ISBN 13: 978-3423261227
Buch bestellen bei amazon.de [Affiliate Link]

[susa]

Rezension: The Hate U Give | Angie Thomas

Montag, 24. Juli 2017 2 Kommentare

Eine starke Stimme gegen Rassismus




Die 16-jährige Starr lebt in zwei Welten: in dem verarmten Viertel, in dem sie wohnt, und in der Privatschule, an der sie fast die einzige Schwarze ist. Als Starrs bester Freund Khalil vor ihren Augen von einem Polizisten erschossen wird, rückt sie ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Khalil war unbewaffnet. Bald wird landesweit über seinen Tod berichtet; viele stempeln Khalil als Gangmitglied ab, andere gehen in seinem Namen auf die Straße. Die Polizei und ein Drogenboss setzen Starr und ihre Familie unter Druck. Was geschah an jenem Abend wirklich? Die Einzige, die das beantworten kann, ist Starr. Doch ihre Antwort würde ihr Leben in Gefahr bringen... [© Text und Cover: cbt Verlag]

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Eigentlich ist Starr vollauf mit den Dingen beschäftigt, die die meisten von uns als Teenager beschäftigt haben: sie plagt sich mehr oder weniger mit ihren Eltern und Geschwistern rum, versucht, es ihren Freundinnen recht zu machen und überlegt, wie weit sie mit ihrem Freund Chris gehen kann. Sie wohnt im „Ghetto", wie sie ihr Viertel selber nennt, in dem Drogenhandel und Bandenkriminalität an der Tagesordnung sind. Ihre Eltern können es sich leisten, dass Starr auf eine Schule außerhalb geht. Die meisten ihrer Mitschüler sind weiß und ziemlich reich. Dieser Kontrast zur ihrem Zuhause nötigt sie dazu, eine Art Doppelleben zu führen. So wie in Garden Heights kann und will sie sich in der elitären Schule nicht verhalten.

„Ich hoffe, dass mich keiner nach meinen Ferien fragt. Die anderen waren in Taipeh, auf den Bahamas, in der Harry Potter World. Ich bin in meinem Viertel geblieben und habe mitangesehen, wie ein Cop meinen Freund erschoss." (S. 92)





Der Moment, als Starr und Khalil von einem Polizisten kontrolliert werden, ändert für sie alles. Sie ist dabei, als Khalil erschossen wird und auf der Straße stirbt. Wenn ein weißer Cop einen schwarzen Junger erschießt, sorgt das für Proteste bei der schwarzen Bevölkerung. Für die Medien ist Khalil allerdings schnell verurteilt, schließlich war ein Drogendealer. Starr ist mit ihm seit ihrer Kindheit befreundet, für sie ist er damit viel mehr als das. Als einzige Zeugin stellt sie sich die Frage, ob sie die Stimme für Khalil erheben soll. Kann sie bewirken, dass ihm Gerechtigkeit widerfährt und sein sinnloser Tod gesühnt wird? Soll sie sich ins Rampenlicht der Medien begeben auch auf die Gefahr hin, dass ihr Hass und Häme entgegenschlagen könnten? Für so stark hält Starr sich selber nicht, aber sie findet sich in einer Rolle wieder, die sie sich nicht aussuchen konnte.

„Wozu hat man eigentlich eine Stimme, wenn man in den entscheidenden Momenten schweigt?" (S. 288)



Angie Thomas bringt uns mit ihrem Teenager-Drama ganz nah ran an das, was es bedeutet, mit Rassismus und Vorurteilen konfrontiert zu werden. Sie erschafft dabei einige emotionale Momente, ohne explizit auf die Tränendrüse zu drücken. Trotz der Dramatik gibt es aber auch einige Stellen, die mich zum Schmunzeln gebracht haben. Die junge Sprache, die kurz und prägnant gefasst ist, vermittelt Starrs Gedanken und Gefühle unsentimental und authentisch. All das macht „The Hate U Give" zu einem äußerst empfehlenswerten Buch, nicht nur für Jugendliche.

Persönliches Fazit

Angie Thomas' Debütroman hat mich mit seiner Intensität restlos überzeugt. An der Seite ihrer Protagonistin erleben wir hautnah, was Rassismus bedeutet. Die jugendliche Sprache macht „The Hate U Give" sehr authentisch. Ein sehr empfehlenswertes Buch für alle ab 14 Jahren.

© Rezension: 2017, Marcus Kufner


The Hate U Give | Angie Thomas | cbt Verlag
2017, gebunden, 512 Seiten, ISBN: 9783570164822
Aus dem Amerikanischen von Henriette Zeltner
Ab 14 Jahren
Buch bestellen bei Amazon.de  (Affiliate Link)


[marcus]

10x3 Dinge … über Inga vom Blog schonhalbelf

Sonntag, 23. Juli 2017 2 Kommentare

Wir möchten euch gerne tolle Blogs aus den verschiedensten Bereichen vorstellen und haben dabei unser Augenmerk besonders auf die Personen hinter diesen schönen Blogseiten gelegt. WER schreibt denn da eigentlich, wessen Beiträge begeistern uns da immer wieder? Wir blicken hinter die Kulissen - kurz und prägnant. Wir freuen uns sehr, dass sich Inga vom Blog schonhalbelf der Herausforderung gestellt und unsere > 10x3 Dinge über... < beantwortet hat.



Ingas größte Leidenschaft neben dem Lesen gilt dem Schreiben, weshalb sie den liebevoll geführten Blog schonhalbelf ins Leben rief. Das Blog existiert in dieser Form seit Januar 2016 und soll ein Ort sein für alle, die gerne lesen, selbst schreiben und sich auch sonst für die schönen Dinge des Lebens begeistern können.
Ihr Schwerpunkt liegt bei der Zeitgenössischen Literatur, aber sie widmet sich auch mit Vorliebe weiteren Themen wie Filme & Serien und hegt eine Leidenschaft für Lifestyle, Beauty & Einrichtung, worüber sie auch in Zukunft bloggen möchte. Ausflüge in andere Gebiete abseits von Literatur sind und bleiben ein fester Bestandteil ihres Blogs. Ein bunter und sehr schön zusammenpassender Mix, wie ich finde. Schaut euch mal ausführlich auf schonhalbelf um, ihr werdet sicher ebenso begeistert sein.

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http://schonhalbelf.de/schonhalbelf-buchblog-home/


3 Eigenschaften, die dich besonders gut beschreiben

→ Neugierig
→ Wählerisch
→ Stur

Romane, die dir in diesem Jahr gut gefallen haben.

→ „Der Club” von Takis Würger
→ „Das Nest” von Cynthia D’Aprix Sweeney
→ „Alles bleibt in der Familie” von Lynne Sharon Schwartz

3 Sach-/Fach-/Hobbybücher, die dich überzeugten und großen Mehrwert für dich hatten.

→ „Das Leben und das Schreiben” von Stephen King
Für alle Freunde des Schreibens. Um dieses Buch zu lesen, muss man übrigens keinerlei Bezug zu Stephen King oder seinen Romanen haben, es steht für sich und ist sehr inspirierend.
→ „Whatever You Think, Think The Opposite” von Paul Arden.
Ein ganz großartiges Buch, das einen mit Leichtigkeit zu kreativem, andersartigem Denken animiert.
→ „Das Kleiderschrank Projekt” von Anuschka Rees
Das Buch hat mir geholfen, mehr Struktur in meinen Kleiderschrank zu bringen.

3 Filme/Serien, die du gerne geschaut hast/gerne schaust.

→ Serie: Eine meiner Lieblingsserien ist "Dexter". Ich freue mich darauf, wenn ich so viel davon vergessen habe, dass ich sie noch einmal sehen kann.
→ Film: "Keine Sorge, mir geht’s gut"
→ Film: "Die fabelhafte Welt der Amélie"

3 Songs von deiner Lieblings-Playlist.

→ The Mixed Tape von Jack’s Mannequin
→ Midnight City von M83
→ Believe von The Bravery

3 Blogs, deren Posts dich besonders inspirieren.

Convoy
My Scandinavian Home
RemainSimple

3 Insta-/Pinterest-Accounts, denen du mit Begeisterung folgst.

→ Instagram @chocolatelaboftheday 
→ Instagram @helloemilie 
→ Instagram @diepetzi

3 Länder, die du gerne bereisen möchtest.

→ Island zu Pferde
→ USA (konkret: Kalifornien)
→ Südafrika (konkret: Kapstadt)

3 Dinge, die du unbedingt einmal ausprobieren/tun möchtest.

Ich habe nachgedacht und das ist direkt in Lebensziele ausgeufert. Die möchte ich aber nicht verraten, weil sie dann vielleicht nicht in Erfüllung gehen. Bei sowas bin ich dann doch ein wenig abergläubisch.

3 Fotos aus deinem (Blogger)Leben.






© Alle Bilder dieses Beitrags unterliegen dem Copyright von Inga / schonhalbelf
  [alexandra]