{Kinderbuch-Rezension + GEWINNSPIEL} - Paul, Plötzlich Vampir!

Dienstag, 26. Februar 2013 6 Kommentare

Paul - plötzlich Vampir!
Der Bücherbär: Allererstes Lesen

Autor: Christian Seltmann
Illustrator: Alexander von Knorre

Verlag: Arena Verlag
Genre: Kinderbuch
Aus der Reihe "Allererstes Lesen"
Empfohlenes Alter: ab 5/6 Jahren
Erscheinungsdatum: 26.05.2011
Ausstattung: Gebunden, 48 Seiten, mit Bücherbärfigur am Lesebändchen, Leserätseln und Stickerbogen
ISBN13: 978-3-401-09295-9


Paul ist ein Vampir!
Davon wusste er noch gar nichts. Zum Glück gibt es die Fledermaus Valerie, die ihm alles beibringt, was ein echter Vampir können und wissen muss. Und dann hat sie auf dem großen Vampir-Ball auch noch eine Überraschung für ihn …
(Aus dem Klappentext)

Meine persönlichen Gedanken zu dem Buch
Die Bücherbär-Reihe "Allererstes Lesen" aus dem Hause Arena richtet sich vor allem an Vorschulkinder und Kinder der 1. Schulklasse. Leseanfänger werden mit Spass und Freude an ihre ersten Lese-Experimente herangeführt. Übersichtlichkeit, eine große Schrift, kurze Sätze und vor allem ganz leichter Satzbau fördern die Leselust und die lustig-bunten, sehr ansprechenden Grafiken lockern auf und unterstützen sehr das Geschriebene.
Die Kinder werden aktiv mit eingebunden und direkt angesprochen, denn immer wieder sind lustige Leserätsel versteckt, die zum Nachdenken anregen sollen und die die Kinder dazu bringen, das zuvor Gelesene nochmals bewusst anzusehen und sich damit zu beschäftigen.
Leserätsel sind leicht an einem Fragezeichen in einer Sprechblase erkennbar.
Die Auflösung der Rätsel sind ausserdem am Ende des Buches zu finden.
Toll sind natürlich auch die besonderen Lesebändchen, die die Bücher dieser Reihe zieren. Hier ist immer der Bücherbär befestigt, der sich auch von Buch zu Buch unterscheidet - in diesem Buch sitzt der Bücherbär zum Beispiel in einem Flugzeug.
Der Spielfaktor wird dadurch noch zusätzlich unterstützt. Als kleines weiteres Gadget befindet sich auch ein Stickerbogen zum Herausnehmen, passend zur Vampir-Geschichte, im Buch.
Andreas Seltmann vermittelt mit dieser kleinen Geschichte über Paul die Werte einer Freundschaft und Vertrauen an die kleinen Leser. Denn Paul muss Valerie, seiner neuen Fledermaus-Freundin vertrauen, denn als frischgebackener Vampir ist er doch sehr unbeholfen. Aber Valerie ist für ihn da und zeigt ihm diese neue Welt.

Kurz & gut - mein Fazit
Die Bücherbär-Reihe "Allererstes Lesen" ist nicht nur sehr lernfördernd, sondern auch noch absolut bezaubernd. Eltern können mit ihren Kindern zusammen Rätselraten und - in diesem Fall - auf eine kleine Fantasy-Abenteuerreise gehen. Ich bin vollkommen begeistert und kann dieses Kinderbuch absolut weiterempfehlen.
Zudem ist dies eine wunderbare Geschenkidee zu Schulbeginn - da werden die Kleinen bestimmt zu neuen Leseratten! :-)
Seit Januar 2013 gibt es übrigens nun schon eine Fortsetzung, Paul und Valerie dürfen wir wieder treffen in "Ein bisschen Spuk um Mitternacht"
© Rezension: Alexandra Zylenas


Über den Autor Christian Seltmann: Christian Seltmann studierte Geschichte, Germanistik und Philosophie in Bochum. Er lebt mit seiner Familie in Berlin, wo er zwischenzeitlich als Dozent am Institut für Sprache und Kommunikation an der Technischen Universität Berlin tätig war. Heute arbeitet er unter anderem als Autor von Büchern, Drehbüchern, Hörspielen oder Theaterstücken und als Übersetzer. In seiner Freizeit spielt er Gitarre und Mundharmonika, aber am liebsten mit seiner Tochter.
Foto © Ralph Bergel/fotoformat plus
www.christian-seltmann.net

Über den Illustrator Alexander von Knorre: Alexander von Knorre wurde 1982 in Magdeburg geboren. Er verbrachte ein Jahr in Florida und eines in Rumänien. An der Bauhaus-Uni Weimar studierte er Visuelle Kommunikation mit dem Schwerpunkt Illustration u.a. bei Jutta Bauer, Philip Waechter und Sophie Schmid. Er hat eine Tochter und lebt in Weimar.


Lesung aus dem Buch "Paul - Plötzlich Vampir!"


.~* GEWINNSPIEL *~.
Ihr habt nun die große Chance, eine Ausgabe dieses tollen Kinderbuchs "Paul. Plötzlich Vampir" zu gewinnen!
Ein herzliches Dankeschön an diesem Wege an den Arena Verlag, der diesen tollen Preis zur Verfügung gestellt hat!
Um dieses tolle Buch zu gewinnen, müsst ihr lediglich eine Frage beantworten, die ihr Mithilfe des Videos sicher ganz leicht beantworten könnt.

Wir möchten von euch wissen:  
"Was bringt Paul´s neue Freundin Valerie ihm als erstes bei - nun, da er ein Vampir ist ???"
Schaut euch das tolle Video an und die Antwort ist ganz leicht :-)

Schickt uns eure Antwort bitte ausschließlich über das Kontaktformular.
(Bitte postet in die Blog-Kommentare keine Antwort zu der Frage - Kommentare, die die Lösung beinhalten, werde ich erst nach der Auslösung bekannt geben.)

Bis zum Samstag, den 9. März um 23:59 Uhr könnt ihr teilnehmen.
Der oder die Gewinnerin wird mithilfe von random.org ausgelost und am Sonntag den 10. März hier auf dem Blog bekannt gegeben. Viel Glück!


Kleingedrucktes: 
  • Ihr müsst über 18 Jahre alt sein, ansonsten benötige ich die Einverständniss eurer Eltern.
  • Eure Adressen geben wir nicht weiter! Diese werden ausschließlich für das Gewinnspiel verwendet und nach Auslosung gelöscht!
  • Achtung: Wir versenden nur innerhalb Deutschland und Österreich!
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen   
 
Quelle Vita Autor, Illustrator + Coverbild:
© Website Arena Verlag mit freundlicher Genehmigung des Arena Verlages
Videotrailer zum Buch:
© by Arena Verlag, Sprecher Alexander von Knorre
Buch Zitate: Die Seitenangaben befinden sich unter dem jeweiligen Zitat.
© by Christian Seltmann

Rezension {Alexandra} - Der Jugend-Brockhaus. Knigge - Total daneben?!

Montag, 25. Februar 2013 0 Kommentare

Der Jugend-Brockhaus. Knigge - Total daneben?!
Krawatte, Knicks und Knigge-Tipps
Autoren: Dr. Christine Schlitt, Angelika Sust

Verlag: Verlag Brockhaus / wissenmedia in der inmediaONE] GmbH
Genre: Sachbuch f. Jugendliche
Interessens-Alter: 12 - 16 Jahre
Erscheinungsdatum: Oktober 2012
Ausstattung: Broschur, 192 Seiten mit zahlreichen Illustrationen
ISBN13: 978-3-577-09008-7
Preis Printausgabe: € 12,95 [D]
Preis eBook: € 9,99 [D] (Formate: EPUB, Kindle)


" Der Mensch gilt in dieser Welt nur so viel, als wozu er sich selbst macht."
Adolph Freiherr von Knigge

Ein kleiner Einblick / aus dem Klappentext

Dein erstes Bewerbungsgespräch steht vor der Tür? Du hast ein Date in einem Restaurant? Du brauchst noch Klamotten für Omas Achtzigsten?
Plötzlich sind sie da, die Dinge, um die man sich sonst keine Gedanken machen musste: Wie begrüßt man sich stilecht? Wie bindet man eine Krawatte? Wie ist man Spaghetti, ohne sich zu blamieren? Wer zahlt eigentlich die Rechnung - er oder sie?
Über 200 nützliche Tipps und Tricks aus den Bereichen Begrüßung, Reden und Zuhören, Essen und Trinken, Bewerbung, Jobs und Praktikum für Alltag und Berufsstart.
Für Urlaub, Austauschjahr oder Work&Travel: mit Sonderteil zum Benehmen im Ausland

Meine Gedanken zu dem Buch:

»Der Jugend Brockhaus Knigge – Total daneben?!« ist ein gelungener Ratgeber für Jugendliche, der Antworten, Tipps und Tricks liefert, wenn es darauf ankommt, wenn der gute Eindruck zählt und wenn neue Situationen drohen, einen zu überfordern.
Auch wenn immer wieder gerne die Nase gerümpft wird, wenn von "Knigge" und "Benimm-Regeln" gesprochen wird, sind diese trotzdem in unserem Leben dauernd präsent. Zwar verändern sich die alltäglichen Umgangsformen der Zeit entsprechend, aber eines hat immer Bestand: Die fünf "Basic´s", die immer für gutes Benehmen stehen: Respekt, Ehrlichkeit, Rücksichtnahme, Toleranz und Wertschätzung.
Dieses Buch bietet gerade Jugendlichen, die auf der Schwelle von der Schule zum Berufsleben stehen die Möglichkeit, sich über Gepflogenheiten schlau zu machen, die diese neue Welt mit sich bringt.
Aber auch im privaten Bereich erfährt man viele Tipps, die es einem erleichtern, mit neuen Situationen umzugehen. So zum Beispiel das richtige Auftreten im guten Restaurant. Auf was muss man achten? Wie ist man einen Fisch oder gar einen Hummer richtig? Welches Besteck für welches Essen? Und wer zahlt eigentlich die Rechnung? Und damit dieser tolle Restaurantbesuch nicht von Vornherein zum Scheitern verurteilt ist, lernt man anhand von Illustrationen auch gleich noch das richtige Krawatten- Binden und auf was es sonst noch so bei der Kleiderwahl ankommt.
Ein großes Thema ist natürlich die richtige Bewerbung, das Bewerbungsgespräch selbst und dann das richtige Verhalten im neuen Job. Wie tritt man den neuen Kollegen und vor allem dem Chef gegenüber auf?
Benimm-Vorschriften, Do´s und Don'ts und Small-Talk-Regeln werden hier verständlich dargelegt und ersparen so auch schnell mal peinliche Situationen.
Aber da man vor diesen natürlich nicht immer gefeit ist, hat das Buch auch hier einige Tipps parat, wie man mit solchen alltäglichen kleinen Pannen souverän umgeht.
Sehr gelungen sind auch die Informationen und Tipps, was das Verhalten im Ausland angeht. Gerade hier tappt man doch gerne mal in diverse "Knigge-Fallen", weil man es einfach auch nicht besser weiß. Egal ob für den Urlaub oder als kleine Unterstützung für das anstehende Auslands-Jahr, hier gibt es nützliche Ratschläge für alltägliche Situationen, sei es das Trinkgeld, das richtige Begrüßen, Gastgeschenke, Gesten und auch Tabuthemen.

Aufgeteilt ist das Buch in 7 Kapitel:
  • Knigge-Basics
  • Begrüßen & einander vorstellen
  • Kommunizieren & Konflikte lösen
  • Essen, Trinken & Einladungen
  • Bewerbung & Vorstellungsgespräch
  • Praktikum, Ausbildung & Job
  • Unterwegs
Die Gestaltung ist peppig und jugendlich- ansprechend, der Schreibstil locker und sehr verständlich. Die Textblöcke sind nie zu lang und die Sätze kurz und prägnant. Das Buch ist in Text und Bild in den Farben rot und Türkis gehalten und viele Illustrationen lockern das Geschriebene auf. Sehr schön sind die stichwortartigen Zusammenfassungen an den Seitenrändern und die Info-Kästen, die immer nochmal auf die absoluten No-Go's hinweisen. So kann man schnell nochmals nachblättern und muss sich nicht jeder durch den Text arbeiten. Für mich erscheint die Aufmachung ab und an etwas zu Knallig, aber hier muss man natürlich sagen, dass sehr viel Wert darauf gelegt wurde, das Thema den Jugendlichen im Alter von 12-16 Nähe zu bringen - und daher ist es für die Zielgruppe sehr passend.
Diese Jugend-Knigge ist im Taschenbuch-Format erschienen, was mir persönlich nicht sehr zusagt. Denn dies ist ein Ratgeber, der immer mal wieder zur Hand genommen wird und in dem hin und her geblättert wird - hier hätte ich mir eine solidere Ausstattung gewünscht.
Andererseits kann dieses Taschenbuch-Format auch mal schnell im Rucksack / in der Arbeitstasche mitgenommen werden, wenn ein wichtige Tag, eine wichtige Situation bevorsteht, denn es ist sehr handlich und leicht.

Kurz & gut - mein persönliches Fazit:

Eine absolut gelungene Knigge für Jugendliche, die einem so mache peinliche Situation ersparen kann. Ein toll aufgemachter Ratgeber, der viel Vitalität ausstrahlt und nicht als "trockener Lesestoff" daherkommt, wie man es von machen Büchern in diesem Bereich gewohnt ist. Ich kann mir gut vorstellen, dass dieses Buch gerade Jugendliche besonders anspricht, die frisch ins Berufsleben einsteigen und sich gerne ein bisschen schlau machen möchten, um einen guten Eindruck zu hinterlassen.
Ich kann diesen Ratgeber absolut empfehlen und konnte auch für mich übrigens noch den ein oder anderen Tipp und Ratschlag wieder entdecken :-)

"Gute Umgangsformen sind nicht aus der Mode gekommen. Ganz im Gegenteil! Ein höfliches und respektvolles Miteinander ist die Grundlage, die uns allen das Leben angenehmer macht."
Aus dem Vorwort

© Rezension: Alexandra Zylenas

Ich danke dem Verlag Brockhaus / wissenmedia in der inmediaONE] GmbH und Blogg dein Buch für diesen gelungenen Ratgeber und für die schöne Aktion.


Quelle Coverbild:
© Website Brockhaus Verlag, mit freundlicher Genehmigung des Brockhaus Verlages.
Buch Zitate: Die Seitenangaben befinden sich unter dem jeweiligen Zitat.

Rezension: In dieser ganz besonderen Nacht

Sonntag, 24. Februar 2013 2 Kommentare


Für all die verwaisten Seelen dieser Welt,
die darum kämpfen, wieder heil und ganz zu werden. Widmung

In dieser ganz besonderen Nacht
Von: Nicole C. Vosseler
Verlag: cbt/cbj Verlag München
Aus dem Englischen übersetzt von:
Sabine Thiele
Genre: Jugendbuch, Fantasy, Liebe
Altersempfehlung: ab 12 Jahren
Erscheinungsdatum: 25.02.2013
Ausstattung: Gebunden m. Schutzumschlag,
576 Seiten
ISBN13: 978-3-570-15534-9


Inhalt:

Amber ist gerade 16 Jahre alt, als ihre Mutter nach knapp zwei Jahren den Kampf gegen Krebs verliert. Kurz nach der Beerdigung bekommt ihr Vater Ted das Sorgerecht für sie und nimmt sie mit von Deutschland nach San Francisco. Amber ist zwar zweisprachig aufgewachsen, dennoch kommt ihr in diesem Land alles fremd vor. Als Amber überfallen wird und auf der Flucht ist, landet sie zufällig in einem alten verlassenen Haus. Dort lernt sie Nathaniel kennen, den Jungen, der immer dieselbe Kleidung trägt. Sie verliebt sich in seine ruhige Art. Endlich nach langer Zeit findet sie wieder Jemand, mit dem sie offen über die letzten Jahre, während der Krankheit ihrer Mutter sprechen kann. Sie fühlt sich zu ihm hingezogen, ohne zu wissen, dass Nathaniel nicht einfach ein obdachloser, charmanter, verträumter und verständnisvoller Junge ist, wie anfänglich vermutet. Amber entdeckt ihre besondere Gabe erst durch Nathaniels Nähe. Ein langer Weg auf der Suche nach sich selbst beginnt und dieser Weg ist ganz schön gespenstisch.

Handlung & Charaktere:

Einfühlsam und Melancholisch, umgeben von einer unsichtbaren Trauer umschreibt die Autorin Nicole C. Vosseler die Hauptprotagonistin Amber Seemann. Das Mädchen wirkt anfänglich ganz durchschnittlich normal, wie ein typischer Teenager. Doch bereits zu Beginn ändert sich das Bild über dieses besondere Mädchen ziemlich schnell. Die Autorin beschreibt den Tod der Mutter von Amber so sensibel und doch ausführlich, so dass man als Leser mit dem jungen Mädchen mitleidet. Die Protagonistin wird nach außen hin stark und tapfer beschrieben, aber wie es in ihr aussieht, wird erst später klar. Die tiefe Trauer über den Verlust, den Schmerz während der Sterbensphase ihrer Mutter, all das spiegelt sich plötzlich in dem beschriebenen jungen Wesen. 

Gleich zu Beginn, als Amber in Amerika ankommt, führt uns die Autorin durch die neue Stadt. San Francisco wird so detailgetreu beschrieben, als würde man selber durch die Straßen laufen. Die pastellfarbenen Uni-Häuser, die Cable Cars und die steilen Straßen. Auch wenn diese Handlungsortbeschreibung für einige eher langatmig erscheinen mag, finde ich, dass sie die richtige Basis für Ambers besondere Ausflüge ist. Man kennt praktisch den Weg zu dem verlassenen Haus, in dem Nathaniel haust. Im ersten Drittel scheint man hier in einer bereits bekannten Teenie-Bekanntschaft zu lesen, doch die Autorin schafft durch ihren besonderen Schreibstil und das Auftauchen verschiedener, besonderer Charaktere, die Spannung von Kapitel zu Kapitel zu steigern. Die Geschichte läuft mehrgleisig, so dass man als Leser nie sicher sein kann, was einen wirklich erwartet. Dies macht dieses Jugendbuch besonders. 

Die Covergestaltung ist, wie ich finde, passend zum Inhalt gewählt. Inhaltlich liest man aus zwei Perspektiven, die wiederum kursiv Kapitelweise hervorgehoben werden. Einmal aus Sicht von Amber und aus der Sicht von Nathaniel, der seine Sehnsucht, seine Leidenschaft, seine Gefühle für Amber mit dem Leser teilt. Auch die Charaktere Matt und Holly, die eine große Rolle in dieser Geschichte spielen, sind stark, auffallend und prägend. Matt der durchgeknallte Asiate, der Ambers besondere Gabe teilt, als auch Holly, die verrückte und farbenfrohe gute Seele.

Mein persönliches Fazit:

Ein Buch, in dem Trauer und Glück so nah beieinander liegen. Mein erstes Buch von Nicole C. Vosseler. Das Cover hat mich gleich in der Vorschau des Verlages angesprochen und der Klappentext klang so mystisch und vielsprechend, dass ich es unbedingt lesen wollte. Ich bin mehr als überrascht und tief berührt von dieser wunderbaren Geschichte, die mein Herz berührt hat. Neben Tod und Liebe dieses jungen Mädchens taucht man in eine geheimnisvolle Zwischenwelt voller anfänglicher Rätsel. Ein wahrer Pageturner, der nicht nur für junge Leser geeignet ist. Wunderbar ergreifend.

© Rezension: Aygen



Über die Autorin:

Nicole C.Vosseler, geboren 1972 in Villingen-Schwenningen, studierte Literaturwissenschaft und Psychologie in Tübingen und Konstanz, bevor sie sich ganz der Schriftstellerei widmete. Mit ihren Romanen für Erwachsen „Unter dem Safranmond“, „Sterne über Sansibar“ und „Der Himmel über Darjeeling“ feierte sie große Erfolge. Die Autorin lebt am Bodensee – mit knapp zweitausend Büchern unter einem Dach.

Rezension: Die Tiefen deines Herzens

Mittwoch, 20. Februar 2013 2 Kommentare

Es gibt diesen einen Stern, der nur dir und mir gehört. Dort werde ich auf dich warten.
Zitat Seite 173

Die Tiefen deines Herzens
Autorin: Antje Szillat
Verlag: Coppenrath Verlag
Genre: Jugendroman Liebe, Freundschaft
Empfohlenes Alter: ab 13 Jahren
Erscheinungsdatum: Januar 2013
Ausstattung: Gebunden mit Schutzumschlag / Seiten: 304 Seiten
ISBN13: 978-3-649-61113-4

Um was es in diesem Buch geht

Leni ist schon seit jungen Jahren eng mit dem Nachbarsjungen Felix befreundet. Gemeinsam wachsen sie auf, gehen durch dick und dünn und nichts, aber auch gar nichts, scheint ihre Freundschaft erschüttern zu können. Doch das Schicksal scheint andere Pläne zu haben. Als Leni 17 Jahre alt ist, passieren plötzlich viele Dinge, die alles ins Wanken bringen. Zwischen ihr und Felix verändert sich etwas, Gefühle füreinander lassen aus Freundschaft erste Liebe werden. Leni ist überglücklich, als Felix sie küsste - aber zugleich tieftraurig, denn am kommenden Tag muss sie über die Sommerferien zu ihrer Tante nach Usedom reisen. Ausgerechnet jetzt!

Dort angekommen, lernt sie Marc kennen, einen Engländer, der sehr arrogant erscheint und doch unerwarteterweise eine starke Anziehungskraft auf sie ausübt. So sehr, dass sie sich nicht entziehen kann und sich ihren Gefühlen Marc gegenüber hingibt. Felix rückt immer mehr in den Schatten. Doch als ihre Eltern von Marc erfahren, eskalieren die Ereignisse und Leni findet sich plötzlich in London wieder und sie merkt, dass sie einen großen Fehler gemacht hat.

Meine Gedanken zu diesem Buch

Die Kinder- und Jugendbuchautorin Antje Szillat (Rick, Solange du schläfst u.v.m) hat mit "Die Tiefen deines Herzens" einen Jugendroman vorgelegt, der für Leseratten ab dreizehn / vierzehn Jahren gut geeignet ist. Ihr neuestes Werk beschäftigt sich sehr einfühlsam und auch emotional mit Freundschaft und mit der ersten Erfahrung in Sachen Liebe.

Einen wunderschönen und sehr ansprechenden Einstieg hat die Autorin geschaffen, indem sie den Lesern einen Einblick in die Entstehung dieser innigen Freundschaft zwischen Leni und Felix bietet, die schon im Baumhaus begann - teuer erkauft mit Gummibärchen.

Durch ihre tolle Ausdrucksweise und ihr Talent, mit Worten zu berühren, zieht Antje Szillat den Leser so direkt ins Geschehen mit hinein und man fühlt sich augenblicklich wohl auf dieser gefühlvollen Lese-Reise, die uns nach Usedom und auch nach London führt. Ich muss sagen, mir hat schon gleich auf den ersten Seiten die sehr schöne und sehr harmonische Sprache gefallen. Die Sätze / der Satzbau an sich ist so schön rund und fließend und ich denke, dass macht es auch aus, dass man einfach immer weiter lesen möchte. Denn wenn man sich den Geschehnissen und dem schönen Schreistil hingibt, dann fällt es überhaupt nicht schwer, loszulassen und einfach zu genießen.

Sehr stimmig und wunderschön passend zum jeweiligen Kapitel und die Zitate, die immer den Kapitel-Beginn zieren. Sie stimmen schon vorab darauf ein, was einen im nun folgenden Kapitel erwartet und ich habe in der Tat am Ende des Kapitels des Öfteren wieder zurück geblättert, um eben diese Zitate erneut zu lesen. Sehr schön!

Erzählt wird die Geschichte aus Sicht der siebzehn-jährigen Leni in der "ich"-Perspektive, was uns Lesern viel Einblick in ihre Gedanken, in ihre zum Teil sehr chaotische Gefühlswelt zulässt. Dies ist sehr wichtig, denn so kann man am besten verstehen, was in ihr vorgeht, was sie zu gewissen Entscheidungen treibt, was sie in diesen Momenten innerlich aufrüttelt.

Leni ist gerade siebzehn Jahre alt und in einigen Dingen auch gerne etwas Naiv, aber auch dies entspricht ihrem Alter sehr gut. Denn wenn man einmal zurückdenkt, dann waren wir alle nicht die alleswissenden, verantwortungsvollen Jugendlichen, die in diesem Alter auch schon vollkommen über die Liebe Bescheid wussten. Wenn wir alle ehrlich sind, dann haben wir mit siebzehn auch oftmals unbedacht wild und impulsiv, einfach aus dem Bauch heraus gehandelt und uns auch hin und wieder mächtig Ärger eingehandelt. Immer wieder wird angesprochen, dass junge Protagonistinnen zu lapidar in ihren Handlungen sind, zu verantwortungslos etc. Aber ehrlich - welcher Jugendliche ist denn in der Realität so "perfekt" ??? Warum sollen es die Jugendlichen in den Büchern sein? Hier wird meines Erachtens zu sehr ein Augenmerk darauf gelegt, dass es fast schon als störend erscheint. Leni, Felix und Marc durchleben etwas völlig Normales - eine Achterbahn der Gefühle, bezogen auf die erste Liebe ihres Lebens. Alle müssen sie den Umgang damit erlernen und Entscheidungen treffen, die vielleicht nicht immer die Besten sind, aber für die sie lernen, selbst die Verantwortung zu übernehmen.

Und diese Geschichte ist ebenfalls in Fiktion, ein Liebesabenteuer, wenn man es so will, und hier darf doch auch für die jungen Leser etwas Spannung, etwas Wildes, etwas völlig Rasantes abspielen, denn es soll ja auch ansprechen und begeistern. Anständige, brave und permanent verantwortungsbewusste Protagonisten würden doch zuletzt nur langweilen. Über die Geschehnisse des Romans selbst möchte ich nichts weiter verraten, denn jedes Wort würde der Geschichte die Spannung rauben - hier sollte sich jeder selbst überraschen lassen.

kurz und gut - mein persönliches Fazit

Ich habe dieses Buch im Rahmen einer Blog-Leserunde begonnen und habe es tatsächlich in einem Rutsch durchgelesen, weil es mich so gefangen nahm. Ich konnte mich fallen lassen und einfach genießen. Einzig im Bezug auf Marcs Vorgeschichte und auch die der Tante hätte ich mir vielleicht noch etwas mehr Informationen gewünscht, aber ich denke, die Autorin hat bewusst auf die Hauptprotagonistin fokussiert, ist dem eigentlichen Thema treu geblieben. Ich kann definitiv sagen, dass mich dieser Jugendroman überzeugt hat und ich habe ihn mit großer Freude gelesen und mit mittlerweile auch das ein und andere Zitat abgeschrieben.

© Rezension: Alexandra Zylenas


Über die Autorin

Antje Szillat, 1966 geboren, arbeitete viele Jahre als Lerntherapeutin und -beraterin, bevor sie beschloss, ihren Kindertraum wahr zu machen und Schriftstellerin zu werden. Heute lebt die freie Redakteurin und Autorin mit ihrem Mann, ihren vier Kindern und vielen Tieren in einer Kleinstadt vor den Toren Hannovers. Die Leseförderung und der Kontakt zu ihren jungen Lesern liegen ihr ganz besonders am Herzen, weshalb sie diese mit Begeisterung durch Lesungen und Workshops pflegt.

[alexandra]

{Sachbuch-Rezenson} - 100 kleine Häkelfiguren

Dienstag, 19. Februar 2013 1 Kommentar

mit vielen Anwendungsmöglichkeiten
Topp 6781 - frechverlag
Von Andrea Biegel

Verlag: Topp / frechverlag
Ausstattung: Softcover, 104 Seiten
Handarbeitsrubrik: Häkeln
ISBN 13: 9783772467813
Preis: 8,99 € [D]

Leseprobe / Gratis-Anleitungen des Verlages:
Lebkuchenmännchen und Herz: KLICK
Gespenst und Kürbis: KLICK


 
100 kleine Häkelfiguren – süße Häkelfiguren für alle Altersstufen und Gelegenheiten

Aus dem Vorwort
Oftmals sind es die liebenswerten Kleinigkeiten, die es einem warm ums Herz werden lassen. Ob als Glücksbringer bei Prüfungen, Trostspender bei Liebeskummer oder Krankheit, als Anhänger an Taschen, Rucksäcken oder Schulranzen, als Mitbringsel, Dekoration oder aber einfach nur zum Liebhaben, Spielen und Bewundern – in diesem Buch ist für jeden Anlass etwas dabei.
So wird sich der aufgeregte ABC-Schütze sicherlich über ein nettes Kuscheltierchen freuen, das ihn in Zukunft, am Ranzen baumelnd, durch den Schulalltag begleiten wird. Die begeisterte Hundebesitzerin kann künftig ihren Liebling am Schlüsselbund immer bei sich tragen und auch für Hühner-, Schafe- oder Mäusefans findet sich in diesem Buch das Passende.
Die kleinen Häkelfiguren sind im Nu fertig und lassen sich anhand der ausführlichen Anleitungen leicht nachhäkeln.

Nun zum Buch selbst:

Es hat 104 Seiten und ist in die folgende Kategorien aufgeteilt:
  • Tiere in freier Wildbahn
  • Winterwelt
  • Wasserwelt
  • Haus und Hof
  • Fantasiewelt
  • Allgemeine Erklärungen
 Es sind bezaubernde, lustige und z.T. auch sehr nützliche Modelle. Schon beim Anschauen der wirklich sehr schönen Abbildungen bekommt man Lust, zur Häkelnadel zu greifen.
Die Anleitungen, die sich immer direkt bei den entsprechenden Fotos befinden, sind richtig ausführlich und dementsprechend leicht nachzuarbeiten. Die Modelle sind auch in diesem Buch, wie schon bei "100 kleine Häkelideen" in 3 Schwierigkeitsstufen aufgeteilt:
  • 1 Wollknäuel = einfach
  • 2 Wollknäuel = etwas schwieriger
  • 3 Wollknäuel = anspruchsvoll

Mit diesen Anleitungen sollten auch Anfänger gut klarkommen (zudem sich am Ende des Buches eine kurze Grundanleitung befindet). Nur für das Ausarbeiten der Teile (Gesicht aufsticken, Haare usw.) muß man sich allerdings nach den Fotos richten oder etwas eigene Kreativität walten lassen, denn hierfür sind leider keine Anleitungen vorhanden.
Ich habe mir wieder 3 Teile ausgesucht und nachgearbeitet, die Ergebnisse seht ihr auf den nachfolgenden Fotos.

Buntstiftraupe – Seite 7
Schwierigkeitsgrad: 2 Wollknäuel
 

Schildkröte – Seite 17
Schwierigkeitsgrad: 2 Wollknäuel

Delfin – Seite 41
Schwierigkeitsgrad: 2 Wollknäuel

 

Kurz & gut - mein persönliches Fazit

Ein gelungenes Buch, das für Häkelfans mit kleinen Kindern oder Enkeln eine wahre Fundgrube ist. Hier finden sich immer kleine Geschenke oder Mitbringsel und die Sachen sind garantiert leicht nachzuarbeiten. Von meiner Seite aus ein dickes Lob an die Autorin.
Für die Aufmachung des Buches, die schönen Fotos und die sehr verständlichen Anleitungen vergebe ich volle Punktzahl.

© Rezension + Fotografien: Gitta
Gastrezensentin

Quelle Coverbild:
© Website Topp Verlag mit freundlicher Genehmigung des Topp Verlages
 

{Gastrezension Kinderbuch} - Greta Gans

Montag, 18. Februar 2013 2 Kommentare

Verlag: Sauerländer Verlag
Genre: Spiel- und Bewegungsbilderbuch
Alter: ab 2 Jahren
Erscheinungsdatum: 2. Auflage 2007
Ausstattung: Gebunden, 32 Seiten
ISBN 13: 978-37941-5138-7

Zum Inhalt des Buches
Greta Gans ist es in ihrem Gänseleben ganz langweilig. Immer nur mit den anderen rumstehen, immer so sein wie die anderen. Wie öd, wie fad!

Viel aufregender wäre es doch …

ein Tukan zu sein und laut zu kreischen!
Oder eine Giraffe zu sein und sich ganz laaaaaaaang zu strecken!
Oder springen wie ein Känguru … oder … oder einfach all das beim Vorlesen mitzumachen.

Das ist der Reiz des Bilderbuchs „Greta Gans“ - auf jeder Doppelseite gibt es etwas zu tun. Ein lauter, lebhafter Vorlesespaß ideal auch für Kinder, denen es ein wenig an Ausdauer beim Zuhören mangelt. Aber damit das Buch seinen Reiz entfaltet, bedarf es eines Erwachsenen, der mit Spaß dabei ist! Der bereit ist, zu versuchen, wie eine Gans zu klingen, die versucht wie ein Löwe zu klingen.

Denn das ist der Wendepunkt der Geschichte: Greta Gans entdeckt den Löwen und versucht zu brüllen wie ein großes, wildes Tier. Der Löwe bekommt spontan Hunger auf frische, freche Gans … und Greta Gans rennt wie ein Strauß, hüpft wie ein Känguru, schlittert wie ein Pinguin … nur weg vom Löwen, zurück zur schützenden Gänseschar. All das, was sie sich in der ersten Hälfte des Buches erträumt hat, kann sie auf einmal selbst. Und all das, was der Vorleser in der ersten Hälfte des Buches an Grimassen, Verrenkungen und Geräuschen mit dem Kind üben konnte, wird in der zweiten Hälfte ganz schnell hintereinander gebraucht

„Greta Gans“ von Petr Horácek stammt aus dem Jahr 2007. Ein Vorlesespaß-Klassiker aus dem wunderbaren Sauerländer-Verlag, der viele solcher Perlen im Programm hat.

© Rezension: Dagmar / Geschichten-Agentin
Gastrezensentin

Zum Autor Petr Horácek
Mehr Informationen zum Autor Petr Horácek findet man unter folgenden Links:
Autoren-Website: KLICK
Website Sauerländer Verlag: KLICK


Im Gespräch mit Autorin Noemi Jordan

Sonntag, 17. Februar 2013 7 Kommentare

Zuerst natürlich einmal ein Herzliches Willkommen und vielen Dank für Deinen Besuch im Bücherkaffee und dass Du Dir Zeit nimmst, meine Fragen zu beantworten.
Gleich mal eine neugierige Frage vorab: Mit welchem Getränk kann man Dir größere Freude bereiten? Kaffee oder Tee? Lieber gemütliches Straßencafe oder doch eher würzig-duftendes Teehaus?
Beim Früh-Schreiben muss es die große Tasse Tee sein - am liebsten Darjeeling mit einem Löffel Honig und ein paar Tröpfchen Milch. Wenn es langsam vor meinem Hinterhoffenster hell wird und ich mit meiner ersten Seite des Tages zufrieden bin kommt eine Espresso-Pause in der Küche, meistens mit meinem Mann, der auch Zuhause arbeitet. In der Welt da draußen sind es eher die gemütlichen Straßencafés, die mich locken.

© Nicole Houwer / Noemi Jordan
Stell Dich doch bitte kurz den Lesern vor. Wer ist Nicole Houwer alias "Noemi Jordan"?
Zu dem Namen, meinem so genannten Mädchennamen, könnte ich fast einen kleinen Roman schreiben, da ich aus einer großen Familie komme. Ich bin eines von sieben Kindern eines Vaters, den man leicht im Internet findet. Rob Houwer ist ein holländischer Filmemacher. Unter meinem Mädchennamen habe ich in Deutschland Drehbücher geschrieben, davor in den USA Filme geschnitten. Ich komme also eigentlich eher vom Film...

Wie bist Du zum Schreiben gekommen und seit wann schreibst Du?
Jetzt dürft ihr lachen, wenn ihr möchtet, denn ich bin ganz und gar nicht die typische Autorin, die schon mit acht Jahren Geschichten schrieb. Deutsch habe ich sogar in der Schule gehasst, weil ich Legasthenikerin war, und hätte es nicht den Computer gegeben... Außerdem denke ich in Bildern und nicht in Worten. Zunächst habe ich also nach meinen sieben Jahren USA in Deutschland ab dem Jahr 1993 Drehbücher geschrieben. Das ist ein heiß umkämpftes Terrain. Da ich ab 1995 finanziell allein verantwortlich für Zwillinge war und Sicherheit brauchte schrieb ich fünf Jahre lang zum Beispiel für die Seifenoper Marienhof. Nebenbei träumte ich natürlich davon eines Tages einen Roman zu veröffentlichen, doch das schien lange unerreichbar. Ab 2000 war ich dann nicht nur allein finanzierend, sondern auch allein erziehend, was über Jahre eine große Herausforderung war.

Wer oder was beeinflusste Dich in der Wahl deines Berufes als Autorin?
Mein Wunsch eines Tages einen Roman zu schreiben wurde von einer Autorin ausgelöst, die ich auf dem College entdeckte: Doris Lessing. Die Frau hat mich von der ersten Seite an fasziniert und ich musste damals alles von ihr lesen, weil ich sie so spannend fand. Ihren Science Fiction Roman Shikasta mochte ich am liebsten...
Den Beruf der Drehbuchautorin suchte ich mir mit achtundzwanzig als zweiten Beruf aus, da ich mir Kinder wünschte. Es ist als Cutterin wirklich schwer mit der Kinderbetreuung, das hatte ich in New York an meinem Arbeitsplatz bei Kolleginnen gesehen, und - mir war schon immer meine wirtschaftliche Unabhängigkeit sehr wichtig. Ich wünschte mir irgendwann Kinder, war aber selber Scheidungskind und hatte erlebt, wie schlimm es einem als Mutter gehen kann, wenn der Kindsvater sich verabschiedet. Also suchte ich ein Konstrukt, das da hieß: Ich will arbeiten, was mir Freude macht, ich wünsche mir Kinder und irgendwie möchte ich mein Leben mit Kindern notfalls auch finanziell ganz alleine stemmen können. Das war eine ganz schöne Knobelei... aber mit dem Schreiben sah ich zumindest eine Chance.

Übst Du nebenher noch einen weiteren Beruf aus und wenn ja, welchen?
Vor drei Jahren habe ich mit meinem jetzigen Mann (Ehe Nummer Zwei, sehr glückliche Ehe) eine Filmproduktion aufgemacht. Letztes Jahr kam noch ein kleiner Verlag für Musik und Büchern zu den Filmen dazu. Wir machen Dokumentarfilme mit kleinen Budgets, über Themen in denen viel Herzblut steckt. Wir arbeiten vor allem mit Frauen, gerne auch Erstregisseurinnen. Unser Erstling: Woodstock in Timbuktu - die Kunst des Widerstands lief erfolgreich letzten September im WDR und geht im April 2013 auf Kino-Tour. 
Der Film, den wir gerade mit einer meiner Schwestern drehen, heißt "MaPaSolo" das Thema sind Alleinerziehende in Deutschland.

Glaubst Du, dass Deine Zeit in New York auch Deinen Schreibstil geprägt hat?
Nur in dem Sinne, dass meine sieben Jahre New York mich sehr als Mensch geprägt haben. Teilweise habe ich diese turbulente Zeit in Kurzgeschichten verarbeitet, zwei sind bereits veröffentlich worden. Weitere werden folgen.

Was macht dir an deiner Arbeit am meisten Spaß?
Einfach alles, selbst die letzte Runde Korrekturlesen macht mir Freude - Ich liebe das Schreiben, auch wenn es manchmal verdammt anstrengend ist.

Der Weg von einer Idee zum fertigen Manuskript: Wie sieht dein Schreib-Alltag aus bzw. wie gestaltest du das Schreiben? Skizzen und Notizen samt Post-it-Sammlung oder alles ordentlich mit System am PC? Hast Du eventuell auch schon Erfahrung mit Schreibblockaden machen müssen?
Skizzen, Notizen und Post-it-Anweisungen an mich selber, dazu jede Menge Dinge, die mich inspirieren in meinem Schreibstübchen, der winzigste Raum in unserer Wohnung, circa fünf Quadratmeter und KEIN Telefon. Es sieht manchmal wild aus...
Nein, Schreibblockaden kenne ich nicht. Es blubbert immer...

Folgst Du bestimmten Ritualen im Schreib-Alltag? (z.B. eine Lieblingstasse, die IMMER neben dem PC stehen muss, etc.) Hast Du einen fixen Tagesablauf mit bestimmten Zeiten, die für private Stunden beziehungsweise das Schreiben reserviert sind?
Der frühe Morgen ist meine beste Schreib-Zeit. Manchmal heißt das vier Uhr früh... Und ja, meine gelbe Tasse – hoffentlich geht die nie kaputt!

Wie entstehen die Protagonisten Deines Buches? Sind Deine Figuren immer rein fiktiv oder haben sie auch ab und an mit realen Personen in Deinem Leben zu tun?
Das ist eine sehr gute Frage. Meine Protagonisten sind immer auch ein Teil von mir, das spüre ich beim Arbeiten, und es macht keinerlei Unterschied, ob sie Frauen, Männer oder Kinder sind. Auch reale Menschen inspirieren mich, jedoch muss ich sie zunächst verinnerlichen... was ich nicht erfassen kann, das kann ich auch nicht nachfühlen oder aufschreiben.

Woran erkennst du, dass eine Idee es Wert ist, zu einem Roman ausgearbeitet zu werden?
Wenn ich Gänsehaut bekomme.

Was bereitet dir mehr Schwierigkeiten? Der Anfang oder das Ende Deines Buches?
Beides. Wobei der Anfang noch ein bisschen schwerer ist, oft ändere ich ihn noch einmal, wenn ein Buch fertig ist.

Welchen Einfluss hast Du als Autorin auf den Buchtitel und auf die Covergestaltung Deines Buches?
Bei Piper durfte ich beim Titel einige Vorschläge machen, die jedoch schon von der Form her vorgegeben waren. Die Hawaii Bücher zum Beispiel gehörten in das Genre L&L - love and landscape - also sollte so etwas wie Tal, Insel, Berg, Bucht, etc. im Titel vorkommen. Cover ist Verlagssache. Ich hatte bei allen drei Büchern Bedenken ob die Cover zum Inhalt passten... sie waren gar so bunt und fröhlich! In den Rezensionen wurden die Cover dann auch oft als zu seicht für den Inhalt kritisiert. Ich finde das den Leserinnen gegenüber nicht fair, aber große Publikumsverlage wie Piper setzen beim Taschenbuch sehr auf die erste Marketingwelle. Mein Vorschlag: Einfach heitere Romane zu den kunterbunten Covern schreiben lassen...? Sorry, aber ich komme vom Inhalt ab. Mich interessiert auch bei Menschen erst in zweiter Linie das Aussehen...

Welches Buch hat einen nachhaltigen Eindruck bei Dir hinterlassen und ist aus Deinem Bücherregal nicht mehr wegzudenken?
Der kleine Prinz. Ich liebe dieses Buch. Ansonsten lese ich querbeet, zur Recherche auch viel Sachbuch.

Wenn Du in Dein eigenes Bücherregal schaust – welches Genre ist hier am meisten vertreten?
Sachbuch, seit ungefähr einem Jahr, danach historischer Roman und Klassiker.

Wann und vor allem wo liest Du selbst am liebsten?
Im Bett.

Mit welcher literarischen Figur würdest Du gerne einmal einen Tag verbringen?
Würde ich lieber mit den jeweiligen Autor/innen...

Buchmessen und Lesungen, vor allem LiveStream-Lesungen werden immer beliebter. Auf welcher Buchmesse werden wir Dich als Nächstes treffen können? Führst Du gerne Öffentlichkeitsarbeit / Lesungen oder ist das Lampenfieber groß?
Im Herbst auf der Frankfurter Buchmesse, dort werde ich mit „Zeit des Wilden Ingwer“ sein.

„Im Tal der tausend Nebel“ und „Insel der schwarzen Perlen“ sind historische und gleichzeitig exotische Romane, die Kulisse zu diesen Romanen bietet die traumhafte Inselgruppe Hawaii. In diesem Herbst erscheint nun der dritte Band zu Deinen Hawaii-Romanen – „Zeit des Wilden Ingwer“
Kannst du unseren Lesern eine kleine Zusammenfassung geben, um was es in dieser Familiensaga geht?
Elisa und Maja, zwei deutsche Auswanderinnen, die in unterschiedlichen Zeitepochen nach Hawaii kommen, versuchen mit ihren Leben und ihren jeweiligen Lieben aus Hawaii glücklich zu werden. Elisa und Maja verbindet eine gemeinsame Traumebene, in der sie sich jenseits von Zeit und Raum begegnen, denn beide verfügen über eine spezielle Gabe... Warum das so ist erklärt sich erst nach und nach.

Warum hast Du Dir als Kulisse die Hawaii-Inseln herausgesucht? Hat das einen besonderen Grund? Verbindest du etwas Persönliches mit Hawaii? Warst Du selbst dort?
Der einzige Grund, warum ich diese Familiensage geschrieben habe ist meine Liebe zu Hawaii. Mein erster Mann hatte schwierige hawaiische Wurzeln, in seiner Familie war viel Leid. Auch meine Söhne haben hawaiisches Blut, daher habe ich mich mit der Geschichte der Inseln intensiv beschäftigt.
Ich war schon mehrere Male dort, habe auf Hawaii auch Freunde und im Jahr 2012 habe ich extra eine Recherchereise auf zwei Inseln unternommen, die ich noch nicht besucht hatte. Somit kenne ich vier hawaiische Inseln, aber ehrlich gesagt würde ich am liebsten Jedes Jahr hinfliegen, wenn die Flüge nicht so teuer wären.

Wie viele Teile wird diese Familiensage insgesamt umfassen?
„Zeit des Wilden Ingwer“ ist der vorerst letzte Hawaii-Band. Damit ist die Familiensaga auserzählt. Ich könnte danach höchstens noch einen Band schreiben, der nur auf auf Maui spielt und tiefer in die Geheimlehren der Kahuna eindringt, in die Elisa dort von ihrem Liebsten Keanu und von seinen Lehrern initiiert wird. Diese fünf Jahre sind in meinem ersten Hawaii-Roman „Tal der Tausend Nebel“ nur zusammengefasst, da sie stark ins Übernatürliche gehen. Um den Kahuna als Schamanen gerecht zu werden müsste ich auch länger dort forschen... Der Band „Maui“ kann also erst geschrieben werden, wenn meine Jungs mich länger als ein paar Wochen entbehren können. First things first, wie man so schön sagt...

Was wünschst Du dir von Deinen Büchern? Was soll es bei den Lesern bewirken?
Mit meinen Hawaii – Büchern wollte ich zwar in andere Welten entführen, aber auch zum 
anregen und möglichst viel über die Magie und Geschichte dieser Inseln erzählen. Ich bin in meinem Leben schon viel gereist, jedoch ist Hawaii wirklich ein ganz besonderer Ort. Das wollte ich beim Lesen erlebbar machen.

An welchem neuen Buchprojekt arbeitest du gerade? Auf was dürfen wir und als nächstes freuen? Kannst Du den Lesern schon etwas vorab verraten?
Jetzt wird es schwierig. Ich habe mich erneut an ein Genre herangewagt, das ich zunächst hinten angestellt hatte, da meine wunderbare Lektorin bei Piper, Michaela Kenklies, die inzwischen bei Droemer ist, mich zu L&L überredet hat. Hawaii war ein wunderbares Schreib-Abenteuer, spannend und auch romantisch, dabei durch die Recherche auch für mich immer wieder überraschend. Das war ein großes Geschenk...
Trotzdem lässt mich ein gewisser Krimi-Ehrgeiz nicht los. Ich arbeite parallel an zwei Krimi-Stoffen, einmal einem regionalen Krimi mit Fortsetzungspotential und dann an einem erotischen Thriller. Spannende Erotik für Frauen ist eine echte Herausforderung, mal sehen...

Was machst Du, wenn Du gerade nicht hinter dem Schreibtisch sitzt?
Filmen, Kochen und wahnsinnig gerne mache ich auch Recherchereisen. Für ein Filmprojekt steht im März Indien in meinem Kalender.

Was ist das Verrückteste oder Lustigste, was Du je erlebt hast?
Die Hochzeitsreise mit meinem jetzigen Mann... die war so etwas von verrückt, dass ich sie nie wiederholen würde!

Wer oder was macht Dich besonders glücklich?
Familie und Freunde. Das ist eigenartig, weil ich ja irgendwie ein herumgeschubstes Scheidungskind war, oder vielleicht ist es gerade deshalb so: Familie und Freunde sind am allerwichtigsten und machen mich tagtäglich glücklich.

… und was stimmt Dich eher nachdenklich?
Die sich verändernden Werte in Deutschland, gerade auch was Familien betrifft.

Verrätst Du uns Dein ganz persönliches Rezept für gute Laune?
Genug schlafen. Nach acht Stunden wache ich schon mit einem Lächeln auf den Lippen auf und kann es nicht abwarten los zu schreiben. Aber wehe ich bekomme zu wenig Schlaf... dann kann ich unausstehlich sein.


Vielen herzlichen Dank für Deinen Besuch im Bücherkaffee und für das nette Interview. Ich hoffe und wünsche es mir, dass wir noch viel von Dir hören bzw. lesen werden!Alles Gute und viel Erfolg für die Zukunft! Mahalo
Vielen, vielen Dank, liebe Alexandra, das waren ganz wunderbare Fragen, die auch mich noch einmal nachdenklich stimmen konnten.

[alexandra]