Rezension: Interview mit einem Mörder | Bernhard Aichner

Dienstag, 20. September 2016 2 Kommentare

Der vierte Max Broll Krimi:
Max Brolls bester Freund im Visier eines Mörders


Dramatische Szenen bei der Eröffnung des neuen Würstelstandes von Ex-Fußballstar Johann Baroni: Mitten in dem fröhlichen Geschehen fällt ein Schuss - und Baroni sinkt zu Boden. Totengräber Max Broll ist verzweifelt: Sein bester Freund darf nicht sterben!
Als er wieder zur Besinnung kommt, erinnert sich Max: Er hat den Schützen gesehen. Doch der vermeintliche Täter entpuppt sich als harmloser Tourist. Es gibt kein Motiv, keine Tatwaffe, keine weiteren Zeugen - niemand schenkt Max Glauben. Es bleibt ihm nichts anderes übrig, als die Sache selbst in die Hand zu nehmen und sich an die Fersen des Mannes zu heften.
Und tatsächlich sitzt er dem Mörder bald Auge in Auge gegenüber - doch der ist klug, nichts kann seine Schuld beweisen. Max folgt ihm in einer atemlos spannenden Verfolgungsjagd, die ihn bis auf ein Kreuzfahrtschiff im Mittelmeer bringt. Er ist überzeugt: Nur er kann den Verrückten zur Strecke bringen, um weitere Gräueltaten zu verhindern … [Text & Cover: © Haymon Verlag]

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Mittlerweile ist mit "Interview mit einem Mörder" schon der vierte Teil um den etwas schrullig und auch eigenbrödlerisch daherkommenden Totengräber Max Broll erschienen. Viele sehr gute Kritiken haben mich auf diese Reihe aufmerksam gemacht und ich wollte mir nun, neugierig wie ich bin, ein eigenes Bild davon machen, ob der Kultstatus, den Broll schon genießt, berechtigt ist.


Ich habe auch direkt mit dem neuesten Band angefangen und kann gleich vorab sagen: das ist auch überhaupt kein Problem. Die Krimis sind so gestaltet, dass man auch ohne die Vorkenntnisse aus den ersten Bänden jederzeit einsteigen kann, denn kleine Rückblicke sorgen schnell für Klärung. Ich war also schnell im Geschehen vertieft und hatte nicht bewusst das Gefühl, etwas zu vermissen. Allerdings sollte man bedenken, dass der Charakter Max Broll sich natürlich über die Reihe hinweg weiter entwickelt, wie es eben auch bei jeder Ermittler-Reihe der Fall ist. Wer also den Totengräber facettenreicher kennenlernen möchte, der sollte doch lieber erst einmal zum ersten Band greifen.

Was mich direkt überraschte, war das immense Tempo, dass Bernhard Aichner durch seinen, für mich zu Beginn sehr gewöhnungsbedürftigen (aber durchaus interessanten), Schreibstil vorlegt.
Kurze, zum Teil abgehackt wirkende Sätze reihen sich aneinander, und vermitteln dieses Gefühl der Atemlosigkeit.
Schnell passiert alles - wie eben auch der Schuss auf seinen besten Freund Johann Baroni. Temporeich geht es weiter - wie auch Max Brolls Jagd nach dem (vermeintlichen?!?) Mörder.
Luft holen kann man auch später, lesen, lesen, schneller LESEN! ... achso ... Luftholen.
Ja genau so fühlte ich mich wirklich eine Weile lang, bis ich mich an das vorgelegte Tempo gewöhnt hatte. Bis ich merkte, dass es genau so sein muss und doch so hervorragend passt.

Auch die Dialoge sind "nicht von der Stange". Diese können bisweilen über zwei Seiten am Stück hinaus gehen und sie sind einfach brillant geführt. Ich habe daraufhin recherchiert und festgestellt, dass Bernhard Aichner auch Theaterstücke schreibt, was sicher großen Einfluss darauf hat.
Die Dialoge sind nicht mit Anführungszeichen versehen sondern sind mit Bildestrichen gekennzeichnet. Auch daran mag man sich vielleicht erst einmal gewöhnen müssen, aber es tut den immer wieder toll gestaltenden "Wort-Duellen" sicher keinen Abbruch. Im Gegenteil: im Nachhinein denke ich, dass man dafür noch bewusster sein Augenmerk auf diese Dialoge legt.

Bernhard Aichner schafft es, in ein Buch mit relativ wenig Seiten einen komplexen Krimi zu packen, der spannend und mitreißend ist. Ich schreibe deshalb "relativ wenig Seiten" weil das Buch zwar 287 Seiten hat aber mit sehr vielen Leerseiten durchzogen ist. Im Ganzen sage und schreibe 98 Seiten, wenn ich mich nicht verzählt habe. Das ist schon enorm. Und ich habe auch nicht ganz verstanden, warum das sein muss. Für mich sind es dann letztlich einfach immer die Seiten zum Luftholen gewesen :)

Persönliches Fazit

Klar strukturiert, gut durchdacht und ohne große Abweichungen vom Hauptthema kommt der vierte Teil der Max-Broll-Reihe daher - und das mit ganz enormen Tempo. Erfrischend anders und sehr spannend - und auch sehr schnell gelesen!

© Rezension: 2016, Alexandra Zylenas


Interview mit einem Mörder | Bernhard Aichner | Haymon Verlag
Der vierte Teil der Max Broll Reihe
2016, gebunden mit Schutzumschlag, ISBN 978-3-7099-7133-8
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[alexandra]

Kommentare:

  1. Wenn ich auf das Bild klicke, erscheint Evolution: Die Stadt der Überlebenden... anstatt Aichner.. Hast Du einen falschen Link? L.G. Annette

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    1. Liebe Annette

      Danke dir für den Hinweis, da hatte sich tatsächlich der Fehlerteufel eingeschlichen. Ich habe das gleich korrigiert. Super, dass du mir Bescheid gegeben hast <3

      Liebe Grüße, Alexandra

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