Rezension: Frühstück mit Elefanten | Gesa Neitzel

Montag, 31. Oktober 2016 0 Kommentare

Als Rangerin in Afrika

Gesa Neitzel wagt sich von Berlin in den Busch. Ihr Ziel: die Ausbildung zur Safari-Rangerin in Afrika. Das bedeutet zwölf Monate in einem einfachen Zeltlager. Ohne Internet, ohne Badezimmer, ohne Türen — dafür aber mit Zebras, Ameisenbären und Skorpionen. Die Ausbildungsinhalte bestehen aus Fährtenlesen, Überlebenstraining, Schießübungen. Wie schlägt sich eine junge Frau in dieser fremden Welt? Kann sie sich auf ihre Instinkte verlassen? Funktionieren die eigentlich noch? Sie erzählt von atemberaubenden Begegnungen mit Elefanten und Löwen, vom Barfußlaufen durch die Savanne, von langen Nächten unterm Sternenhimmel — und von einem Leben, das endlich richtig beginnt. [Text & Cover: © Ullstein Verlag]

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Wenn Gesa Neitzel nicht gerade im Busch Elefanten beobachtet, dann schreibt sie auf wonderfulwild.com über ihre Erfahrungen, ihre Zeit und Arbeit in Afrika. Als Fernseh-Redakteurin, Reise-Autorin und Safari-Guide entdeckt sie die letzten wilden Orte dieser Erde und lässt uns daran teilhaben, will uns motivieren und inspirieren. Ihre Erfahrungen und Eindrücke während ihrer Ausbildung zum Safari-Guide hat sie nun auch in dem Buch „Elefanten zum Frühstück“ festgehalten, dass sich uns als eine Art Tagebuch präsentiert. 

Sie reiste schon immer viel. Wann immer es möglich war, nutze sie die Gelegenheit, die Welt zu erkunden. Leben tut sie in Berlin, aber so richtig Heimat ist es einfach nicht. So viel Hektik und Konsum, so viel Freiheit und sich dabei doch nicht frei fühlen. Ihr fällt die Decke auf den Kopf, sie will das Leben wieder bewusster wahrnehmen und nicht an sich vorbeirauschen lassen. Sie muss raus, das wahre Leben spüren, die Natur um sich herum wieder bewusster erleben und eine Idee festigt sich in ihrem Kopf.

So viel weiß ich: Ich will raus aus der Stadt. Ich will Holz hacken und Lagerfeuer machen und Stockbrot über den Flammen rösten. Ich will mich auf einfache Freuden und naturbewusste Lebensweisen besinnen und ich will nicht länger in dieser Blase leben, in der Unzufriedenheit mit Konsum betäubt wird. Ich will durch Wälder wandern und wilden Tieren begegnen und Steinchen übers Wasser springen lassen. Ich will mit der Sonne aufstehen und der Welt zuschauen, wie sie jeden Morgen aufs Neue erwacht. Ich will wieder Kind sein und mich über die Welt wundern. 

Sie hat keine Erfahrung mit Tieren, ekelt sich vor Krabbeltieren und weiss nicht wirklich viel über Afrika - aber ihr Herz schlägt dennoch in diese Richtung und dann ist es vollbracht und sie meldet sich für eine Ausbildung zur Rangerin an. Ein Wechselbad der Gefühle prallt auf sie ein. Vorfreude wird von Selbstzweifel abgelöst, je näher der Reisetermin kommt. aber sie geht trotzdem und lässt sich auf ein faszinierendes Abenteuer ein. 

Sie lernt alles über Elefanten und die vielfältige Vogelwelt, sie übt sich im Spurenlesen und im Zusammenleben mit Mutter Natur. Sie lernt, die Sterne zu lesen und findet nach einiger Zeit mühelos ohne Navigationsgeräte ins Camp zurück. Sie muss Prüfungen absolvieren, die sie nervös werden lassen, aber die sie eben auch herausfordern. Sie läuft barfuss durch die Savanne und findet viele Freunde, mit denen sie die Abende am Lagerfeuer unterm Sternenhimmel verbringt. 
Handy und Laptop werden zur Nebensache, wenn nicht sogar völlig uninteressant. Die faszinierende Tierwelt und die Natur halten sie so in Atem, dass sie das bisher Gewohnte gar nicht vermisst. Sie blickt Gefahren ins Auge, die sie meistern muss und die ihr auch den nötigen und wichtigen Respekt lehren. 

Je weiter ich in ihren Tagebucherträgen lese, desto mehr merke ich selbst dieses Kribbeln in mir, dass Fernweh macht sich breit. Ich stöbere auf ihrer Website und lasse mich inspirieren und ich bewundere ihren Mut, diesen Weg gegangen zu sein. Irgendwann stellt sich dann auch für sie die Frage, wie es weitergehen soll, wie man alles miteinander verbinden kann. Gesa Neitzel hat einen Weg gefunden, Berufung mit Beruf zu verbinden. Aktuell bildet sie sich zum Trail Guide fort und ich bin gespannt, ob sie auch diesen Weg in einem weiteren Buch festhalten wird. 

Persönliches Fazit

Gesa Neitzel hält in „Elefanten zum Frühstück“ ihre persönliche Erfahrungen auf dem Weg zur Rangerin fest und nimmt und mit auf eine faszinierende Reise in die Wildnis und die atemberaubende Tierwelt Afrikas. Ein sehr inspirierender und auch motivierender Erfahrungsbericht mit Fernweh-Garantie! 
Letztlich kommt man gar nicht umhin, sein eigenes Leben reflektieren zu lassen - und ich wünschte mir während des Lesens mehr als nur einmal, es ihr einfach gleich zu tun und auszubrechen aus dem ständigen hinterher hetzen der Zeit. Ihre Geschichte motivierte mich sehr, wieder viel bewusster das Augenmerk auf die wirklich wesentlichen Dinge im Leben zur richten und sich nicht vollends der Schnelllebigkeit und dem Konsumrausch hinzugeben, Dinge in der Natur um sich herum bewusst wahrzunehmen und einfach öfter mal innezuhalten … 

© Rezension: 2016, Alexandra Zylenas


Frühstück mit Elefanten | Gesa Neitzel | Ullstein Verlag
Gelesen über NetGalley
2016, Erzählendes Sachbuch, 368 Seiten, ISBN-13 9783843714495
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[alexandra]

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