Rezension: Dark Noise | Margit Ruile

Montag, 27. März 2017 0 Kommentare

Spannender Thriller in Hightech-Setting


Die Fenster sind geschlossen, der Bildschirm nur von einer grünen Schreibtischlampe beleuchtet. Tag für Tag sitzt Zafer am Rechner und bearbeitet Bilder. Das ist sein Job. Er geht nie aus dem Haus, ernährt sich von Pizza und Multivitaminsaft. Seit einiger Zeit erhält er anonyme Aufträge. Er soll Videos von Überwachungskameras retuschieren – und wir völlig unvermittelt in einen Mordfall verwickelt ... [© Text und Cover: Loewe Verlag]

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„Dark Noise" hat ein sehr aktuelles Grundthema: der Ruf nach mehr Kameras in der Öffentlichkeit ist laut. Man erhofft sich damit mehr Sicherheit und Schutz vor Terrorismus. Aber gibt es dabei nicht auch Risiken? Wer kontrolliert die Verwendung der Bilder? Kann man den Aufnahmen überhaupt vertrauen?

Genau da setzt Margit Ruile mit ihrem Thriller an. Die Firma, die die Kameras aufstellt und betreibt, ist eng mit den Behörden vernetzt. Die Macht, die sie durch den technischen Fortschritt haben, nutzen sie skrupellos für ihre Zwecke aus. Eine kleine Gruppe von Hackern versucht, gegen diese Machenschaften vorzugehen. Doch haben die eine Chance bei einem so mächtigen Gegner?

Zafer gerät durch Unachtsamkeit in die Fänge der Firma. Für ihn war es nur eine kleine Herausforderung, die Bilder zu manipulieren. Mal eine Abwechslung zu den alltäglichen Arbeiten. Erst als er Emily trifft, dämmert ihm langsam, wie gefährlich die Handlanger der Firma sind. Emily gehört zu der Hackergruppe und steht eigentlich auf der Gegenseite von Zafer. Aber beide sind nach ihrer ersten kurzen Begegnung sehr angetan voneinander. Zafer will sie auf jeden Fall wiedersehen.






Die beiden Hauptcharaktere haben mir gleich gut gefallen. Zafer ist ein richtiger Antiheld. Er haust zurückgezogen in einer kleinen, dunklen Wohnung, geht nur raus, wenn es sich nicht vermeiden lässt und lebt nur am Computer richtig auf. Als er Emily trifft passiert genau das, was er unbedingt vermeiden will, nämlich eine Bindung einzugehen. Emily ist da nicht viel anders. Sie hält sich für einen Freak, weil sie nicht so ist wie die anderen. Die beiden scheinen wirklich füreinander bestimmt.

„Wir stecken in uns drin, jeder in sich selbst hinter dicken Mauern, und stellen uns auf die Zehenspitzen, um aus den Augenschlitzen in die Welt zu blicken. In meinem Fall sind es schmale Schießscharten und ich bin jederzeit bereit, mich wieder in mich selbst zu verkriechen, wenn mir das, was ich da draußen sehe, nicht gefällt." (Emily, S. 183)

Spannend ist es, wie Zafer immer tiefer in die Machenschaften der Firma gerät. Je mehr er über sie erfährt, desto klarer wird ihm, dass die Drahtzieher auch über Leichen gehen. Als Experte am Computer kennt er die Möglichkeiten und Risiken der modernen digitalen Systeme. Margit Ruile spielt gekonnt mit den Ängsten vor einem unkontrollierten technischen Fortschritt.

Persönliches Fazit

Ein spannender und gut eingefädelter Plot, zwei angenehm unkonventionelle Protagonisten und eine klassische David-gegen-Goliath-Story haben mich sehr gefesselt. Ein Thriller für Leser ab 14 Jahren, der mich als Erwachsenen aber auch sehr gut unterhalten hat.

© Rezension: 2017, Marcus Kufner


Dark Noise | Margit Ruile | Loewe Verlag
2017, broschiert, 288 Seiten, ISBN: 9783785584460
ab 14 Jahren
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[marcus]

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